Ossiacher See im Juni 2013

Nur wer wagt, kann gewinnen!

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Das Ziel: Der Ossiacher See

Freitag, 31.05.2013 – Die große Fahrt

11:11 Uhr

Es geht los …. rund 800 km liegen vor mir bis zum Ossiacher See. Die Fahrt beginnt im Regen und es regnet munter durch bis kurz vor Ingolstadt. Da endlich macht das Wasser eine Pause und ich sehe Himmel in hellgrau. Bis zur A99 bei München dürfen sich meine Scheibenwischer erholen, dann beginnt der angekündigte Starkregen. Der Bayrische Rundfunk erzählte schon halbstündlich von der Unwetterwarnung für das Alpenvorland und inzwischen glaube ich es auch. Der Regen fällt so dicht, daß man nicht mehr sieht, ob Straße vor einem liegt oder das gefürchtete Aquaplaning. Keiner fährt schneller als 80 km/h, ich auch nicht.

Meine Vignette kaufe ich eine Raststätte weiter, als vor 4 Wochen. Ich habe Glück und finde einen Parkplatz dicht am Restaurant. So werde ich nicht sofort durchnäßt, sondern etwas später 😦

Nun kann es hinein gehen, ins Ösi-Land. In Gedanken winke ich Salzburg im Vorbeifahren. War schön dort vor 4 Wochen und erfolgreich auch. So soll es weiter gehen. Ich konnte nicht ahnen, daß diese wundervolle Stadt so kurz vor der Katastrophe steht!

Dichte Wolken und Dauerregen vermiesen die Stimmung

Dichte Wolken und Dauerregen verbreiten eine unheimliche  Stimmung

Das große Hochgefühl, das mich sonst immer überfällt, wenn ich auf die Alpen zu fahre, bleibt dieses Mal aus. Die Berge hüllen sich übergangslos in dichte graue Wolken und der Regen prasselt ohne Ende. Ich fühle mich nach Mordor versetzt und gleich werden die Nazgul zwischen den Bergen anfliegen. Bei solchem Wetter hat man bestimmt den „Herr der Ringe“ gedreht. 😉 Zum ersten Mal freue ich mich auf die Tunnel – für jemanden mit Tunnelangst kaum vorstellbar – weil dahinter das Wetter immer ein bißchen besser wird.

Kurz vor dem Tauern-Tunnel

Kurz vor dem Tauern-Tunnel

Dann aber steht er vor mir, der gigantische Fels, durch den sich der Tauerntunnel bohrt. Vor 4 Wochen hatte mein Mann wohl ganze (Ablenkungs-) Arbeit geleistet – dieses Mal ist mir sehr bewußt, was sich über mir türmt. Aber Augen auf und durch … was bleibt mir sonst!

Als Belohnung wartet das Ende des Regens auf der anderen Seite und die ungewöhnlichste Fahrt meines Lebens. Weiße Wolken stehen tief in den Tälern und ich fahre über Brücken durch sie hindurch, über sie hinweg. Es ist fast, als würde ich im Flugzeug sitzen. Zu gerne würde ich das fotografieren, aber es gibt keinen Rastplatz weit und breit.

Direkt vor dem Katschberg-Tunnel blitzt das erste Mal ein vorwitziger Sonnenstrahl durch die Wolken und hinter dem Tunnel treffe ich endlich mein Urlaubswetter.

19:12 Uhr

Hurra …. ich habe Bodensdorf am Ossiacher See erreicht und mein Navi führt mich zielsicher zum Hotel. Schöner großer Parkplatz und alles frei! Alles frei?? Mich beschleicht ein sehr ungutes Gefühl und dann stehe ich vor einer verschlossenen Türe. Ein Schild weist darauf hin, daß das Hotel bis Anfang Mai geschlossen ist. Heute ist der 31. Mai und meine Buchungsbestätigung per Mail für 3 Nächte mit Halbpension ist kein Argument, das diese Tür für mich öffnet. Bei näherem Hinsehen möchte ich auch nicht unbedingt bleiben. So muß ich nach 800 km Regenfahrt auch noch auf Zimmersuche gehen! Das erste Hotel ist mir zu teuer, das zweite will keine Hunde und das dritte ist ein Hauptgewinn! Ich habe tatsächlich eine überaus freundliche Familienpension mit moderaten Preisen und exzellenter Küche gefunden! Nach einer kurzen Gassi-Runde und einem leckeren 3-Gänge-Menü gehen wir ziemlich erschöpft schlafen.

Pension Nindler in Stiegl

Pension Nindler in Stiegl

http://www.hobitsch.at/familiengasthof/
Die Internetpräsentation des Hauses ist etwas blaß, um so mehr empfehle ich diese Unterkunft. Denn was nutzt ein schöner Auftritt im Net, wenn man dann vor verschlossenen Türen steht!? Ich bin ziemlich sauer auf das ursprünglich gebuchte Hotel und werde es hier nicht namentlich nennen! Umso mehr lobe ich aber die herzliche Gastfreundschaft, die ich in Stiegl angetroffen habe. Auch wenn mein Österreichisch ziemlich schlecht ist und ich immer noch nicht weiß, was ein „Verlängerter“ ist, es ist genug Koffein drin und schmecken tut er auch 😉
Sollten wir im nächsten Jahr noch einmal in Klagenfurt ausstellen, dann wohnen wir wieder in Stiegl, versprochen! … und vielleicht schaffe ich vorher noch einen Sprachkurs 😀

Samstag, 01.Juni 2013 –  Klagenfurt 

07:45 Uhr

Viel zu früh werde ich wach! Wir können heute ausschlafen, denn die Show in Klagenfurt beginnt erst um 15 Uhr. Im Nachthemd stehe ich auf dem Balkon meines Zimmers im 2. Stock und bin von der Aussicht begeistert. Nach links strahlende Sonne über dem See, rechts noch aufsteigender Dunst aus dem Wald. Jetzt gibt es auch Fotos davon 🙂

1. Blick vom Balkon nach links

1. Blick vom Balkon nach links

2. Blick vom Balkon nach rechts

2. Blick vom Balkon nach rechts

Nach dem leckeren Abendessen bin ich sehr gespannt auf das Frühstück und werde nicht enttäuscht! Ich liebe Hotelfrühstück und dieses Buffet hat alle meine Wünsche erfüllt.

Jetzt ist es Zeit, dem Rettich eine große Runde zu gönnen. Schnell erkenne ich den einzigen ,Nachteil‘ meiner Traumpension: sie liegt in halber Hanglage. Egal, wo ich spazieren möchte, ich werde herauf und herunter kraxeln müssen. Immerhin hat mein braves Auto die steile Straße im 1. Gang nehmen müssen. Gestern Abend hat das Rettich den empfohlenen Gassi-Wald oberhalb der Pension verweigert, als wir nach 10 Metern am ersten tiefen Schlammloch ankamen. Also wähle ich dieses Mal die Straße in Richtung See. Überall sind gepflegte und gemähte Wiesen, auf die ich sie nicht zum Lösen schicken kann. Also müssen wir bis ganz herunter und finden dort endlich einen Bahndamm …. und unseren Pipiplatz für die nächsten Tage.

12:00 Uhr:

Es ist Zeit, wir starten Richtung Klagenfurt. Die Fahrt dauert rund 40 min auf der B94 am See entlang. In Klagenfurt 2x abbiegen und schon sind wir da. Ein Parkhaus für 4 Euro direkt neben der Messehalle erwartet uns. In der Halle 1 ist sehr viel Platz für Ringe und Aussteller. Der sonst übliche Lärm findet hier nur draußen zwischen den Hallen statt.

Die Ausstellung verläuft, wie sie alle verlaufen. Man trifft alte Bekannte und lernt neue kennen. In der Championklasse ist neben dem Rettich eine weitere Hündin gemeldet: eine hübsche Darksable aus Österreich. Beim Test mit ihrer Handlerin läuft sie so schlecht, daß sie zur Entscheidung gar nicht antritt. Dat Rettich läuft und präsentiert sich zuverlässig wie immer und erhält verdient ,Vorzüglich 1‘ und ihre zweite Anwartschaft auf den Österreicher Champion.

Auf dem Rückweg bin ich clever und parke in der Nähe des Bahndamms. So habe ich einmal kraxeln gespart und genieße anschließend zufrieden mein 3-Gänge-Menü.

Morgensonne über dem See

Morgensonne über dem See

Sonntag, 02.Juni 2013 – Klagenfurt 

06:30 Uhr

etwas später als geplant wache ich auf. Der Blick vom Balkon über den See verspricht wieder einen schönen Tag und ich genieße mein Frühstück.

Heute beginnt die Show um 10 Uhr. Wir sind eine Stunde früher da und parken auf exakt dem gleich Platz, wie gestern. Heute sind wir ein paar Aussteller weniger. Trotzdem dauert das Richten länger und unser Parkhaus möchte einen Euro mehr. Ansonsten alles wie gehabt und wir fahren mit der dritten Anwartschaft für den Ösi-Titel zurück in die Pension 😉

Jetzt beginnt der Urlaub!! Ich frage nach einem schönen Rundweg für Hund und Frauchen und werde auf halber Höhe Richtung Steindorf geschickt, dort soll ich den Bahndamm queren und auf dem befestigten Uferweg zurück laufen.

Frohgemut machen wir uns auf den Weg und finden tatsächlich den Bahnübergang. Der Uferweg heißt sogar so, nur vom Seeufer ist nichts zu sehen! Tolle Villengrundstücke liegen direkt am See und der Uferweg verläuft zwischen blickdichten Grundstücksgrenzen und dem Bahndamm. Betreten strengstens verboten …. so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Lange gehen wir diesen Weg entlang, bis fast nach Bodensdorf. Wir treffen Jogger, Radfahrer, andere Hunde. Autos fahren dort auch. Es scheint die Gassimeile zu sein, denn ab und an stehen Sackerl bereit. Endlich finde ich einen öffentlichen Zugang zum See, genau 2 Meter breit und am Ende wartet eine Bank. Wir lassen uns dort nieder und genießen die Ruhe. Mit dem Handy schieße ich ein paar Fotos und eines ist gut genug, um in Facebook zu landen.

Ein Handy-Foto für FB ;-)

Ein Handy-Foto für FB 😉

So typisch deutsch im tiefsten Kärnten! Der Weg war doch nicht öffentlich.

Badegemeinschaft Unterberg! Der Weg war doch nicht öffentlich.

Die Ente ist gaaaaanz leise geschwommen!

Die Ente ist gaaaaanz leise geschwommen!

Auf dem Rückweg finde ich eine Unterführung und wir kommen an ,unserem‘ Bahndamm heraus. Das Rettich ist sofort sehr erleichtert 🙂

Das superleckere Abendessen habe ich mir heute wirklich verdient!

Zwischen den grünen Hügeln und den Wolkenbergen winken die Karawanken

Zwischen den grünen Hügeln und den Wolkenbergen winken die Karawanken

Montag, 03. Juni 2013 – Abfahrt 

08:10 Uhr

 Wieder lächelt die Morgensonne auf den Balkon und über den See. Heute ist die Sicht so klar, daß man die Karawanken von den Wolken unterscheiden kann. Ich habe meine Aussicht vom Balkon immer wieder fotografiert, weil ich immer wieder etwas Neues entdeckt habe 😉

Nach dem Frühstück wird gepackt und ausgecheckt. Ich beschließe, mit dem Rettich nochmal zum See zu laufen und nehme heute die Kamera mit. Mir gelingen ein paar hübsche Aufnahmen und dann schwimmt mir sogar ein Haubentaucher vor die Linse. Diese hübschen Vögel kannte ich bisher nur von Bildern.

Dat Rettich an unserem schmalen Zugang zum See

Dat Rettich an unserem schmalen Zugang zum See

mein erster realer Haubentaucher ;-)

mein erster realer Haubentaucher 😉

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Mit einem mutigen Zoom quer über den See

12:00 Uhr

Jetzt geht es los! Wir haben beide Heimweh! Via Facetime habe ich zwar jeden Abend meinen Mann gehört und gesehen …. aber es zieht mich nach Hause und das Rettich springt auch so freudig in’s Auto, als würde es endlich heim gehen. Ich höre mir im Autoradio die Nachrichten vom Österreichischen Hitradio an, bevor ich den Zündschlüssel umdrehe. Nein, es geht nicht nach Hause! Die Autobahn zwischen Salzburg und München ist wegen Überflutung gesperrt. Im Salzburger Land verschütten Muren Autos und alles klingt nach Katastrophe und gigantischen Umwegen und Stau. Der nette Kellner meinte zwar, man käme über den Brenner noch nach Deutschland. Aber wenn ich eine Weltreise machen will, dann kann ich auch dem ursprünglichen Plan folgen! Ich starte den Motor und rolle nach Süden! Bella Italia erwartet uns!

 

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