Paris 2013

Blick von den Tuilerien zum L'Arc de Triomphe über Place de la Concorde und Champs Elysee

Blick von den Tuilerien zum L’Arc de Triomphe über Place de la Concorde und Champs Elysee

Paris ist laut, bunt, schwarz-weiß-grau, grün, hell, eilig, beschaulich, groß und klein …. und immer wieder völlig anders als erwartet – das pure Leben!

Gleich wenn man am Gare de L’Est aus dem Zug steigt, befindet man sich mitten im Gewirr aus Menschen, Koffern, Händlern, Taschendieben und Security. Die Luft schwirrt von Geräuschen und Gerüchen und alles ist in Bewegung. Alle haben ein Ziel und viele das gleiche und so strömen die Menschen in breiten Flüssen durch die Bahnhofshalle. Lautsprecherdurchsagen, die keiner verstehen kann, kreischende Zugbremsen und plärrende Kinder. Willkommen in Paris!

Am Fuß des Triumphbogens

Am Fuß des Triumphbogens

Paris ist immer in Bewegung! In breiten Strömen ergießen sich Menschen und Autos durch die Stadt. Man steht nirgends herum, weil man dann im Weg ist. Also läuft man im Strom der Ameisen, oder man sitzt. Selbst in der Metro setzt man sich, wenn ein Platz frei ist, auch wenn es nur für eine Station ist. Sitzen kann man in Paris überall: auf Treppen, Mauern, Bänken oder im Straßencafe. Besonders beliebt sind dabei die Straßenecken, wo die Autos mehrspurig über die Kreuzungen fahren. Man findet immer den einzigen freien Tisch und sitzt dort solange man mag mit (s)einem Getränk. Zum Essen geht man besser in das Restaurant hinein – draußen sitzt man mit einem Getränk und die Stühle sind schon zum besten ‚Leute gucken‘ aufgestellt.

Métro de Paris2 [RERTRAM]Paris ist übersichtlich! Egal wo man sich befindet, die nächste Metro-Station ist nur 500 Meter entfernt und von dort findet man sich wieder überall hin zurecht. Mit der Metro erreicht man für 1,70 € pro Fahrt alle Pflichtpunkte für den ersten Besuch von Paris. Noch günstiger fährt man mit einem Carnet = ein 10er Pack Fahrscheine für 13,30 €. Will man die Stadt erleben, sollte man besser zu Fuß gehen. Es gibt so viel zu sehen, daß man nicht merkt, wie die Füße leiden 😉

P1120825Paris ist multikulti! Menschen aller Hautfarben tummeln sich in den Straßen, der Metro, den Restaurants. Beim Italiener kocht ein Pakistani sensationell gut und an der Straße spielt ein Karibian ‚Stairway to Heaven‘ auf der Gitarre so gut, daß man doch stehen bleibt! In der Metro saß uns jemand gegenüber, der mit bewegten Lippen den Koran las, um anschließend mit dem iPhone eine SMS zu verschicken.

Hotel de Ville

Hotel de Ville

Ich bezweifele, daß wir viele echte Pariser gesehen haben. Bei 26 Mio. Touristen im Jahr entfallen rein rechnerisch 500.000 Besucher auf eine Woche. Die kamen aus der ganzen Welt und waren meist deutlich an den Kameras erkennbar. Eigentlich wurde ständig und überall einfach alles fotografiert. Trotzdem, oder gerade deshalb war man sehr rücksichtsvoll. Obwohl einem eigentlich immer irgendwer durchs Foto lief, blieben viele kurz stehen und warteten den Moment ab. Japaner drückten uns ihre Kamera in die Hand, damit wir sie gemeinsam fotografierten und bedankten sich dafür mit Handschlag und strahlendem Lächeln. Irgendwann haben auch wir es aufgegeben, Motive ohne Touristen oder Busse ablichten zu wollen. Nur die auffällig vielen und häßlichen weißen Kleintransporter haben wir versucht, zu vermeiden 😉

IMG_0294Allgegenwärtig an den Touristen-Attaktionen waren die Warnungen vor Taschendieben und Polizei und Armee. Für uns befremdlich, wenn Soldaten und Soldatinnen in Feldmontur und mit Maschinengewehren durch den Menschenstrom flanierten, aber Paris schien es normal zu finden. In den kleinen Parks war die Polizei gern auch hoch zu Roß oder zu Drahtesel präsent.  Unser Erlebnis mit dem Bombenräumkommando hatten wir am vierten Tag.

Die Mode in Paris im Herbst 2013 war schwarz-weiß-grau mit viel Wolle, Kaschmir oder Leder. Die Damen trugen als Farbkleks dazu einen bunten Schal oder bunt bestickte Handtaschen. Sehr wenig Schuhe mit Absatz waren zu sehen. Man trug flache bunte oder glitzernde Riemensandaletten, weiche Stiefeletten mit Stulpen (bevorzugt in grau oder braun) oder grellbunte Sneakers. Immer richtig angezogen war man in engen Röhrenjeans oder in Leggins mit Miniröcken.

P1120553„Die Bettlerin vom Pont des Arts“ (eine der schönsten Geschichten von Wilhelm Hauff) habe ich dort vergeblich gesucht. Sie war umgezogen nach Montmartre und deutlich gealtert. Bettler haben wir überraschend wenige in Paris gesehen. Dafür gab es reichlich Schnorrer. Wo immer man sich eine Zigarette anzündete, kamen sie gelaufen, um um eine Zigarette zu bitten. Freundlich lächelnd deutsch antworten und weg gehen, das reichte immer, um sie los zu werden. Nicht, daß ich einem Raucher nicht helfen würde, aber man könnte locker 2 Schachteln pro Tag unter die Schnorrer von Paris verteilen … und sie kosten doppelt soviel wie hier in Deutschland.

IMG_0341Paris ist teuer! Nicht nur die Zigaretten, auch jeder andere Genuß wird reichlich bezahlt. Ein Milchkaffee kostet zwischen 4 und 5 Euro, eine kleine 0,33 Cola genau soviel. Für ein simples Wasser zahlt man nicht viel weniger und eine Kugel Eis fängt bei 3 Euro an! Sehr viele Leute hatten deshalb Getränke in ihren Rucksäcken dabei. Le Figaro kostet übrigens 1,60 € und war die einzige Tageszeitung am Montag nach der Wahl mit Frau Merkel auf der Titelseite 😉

Paris ist Kultur! Die Maler von Montmatre haben wir nicht gefunden. Einige wenige saßen hinter Notre Dame. Die Souvenirhändler verkauften drittklassige Kunstdrucke und billige Eiffel-Türme zu stolzen Preisen. Besonders letztere wurden mit kurzen Sprints immer wieder von der Polizei von einem Touristenpunkt zum nächsten verjagt. Statt der Maler gab es viele sehr gute Straßenkünstler – vom Balljongleur über den Breakdancer zum Musiker. Beeindruckend war eine echte Rentnerband im Marais mit einer kleinen tanzenden Omi in einem Kleid aus den 60ern. Die schmale Straße war so voller Zuschauer, daß kein Auto mehr durch fahren konnte (und wir leider kein Foto machen konnten).

Paris ist grün und weiß! Überall fanden wir zwischen den reich verzierten Bürgerhäusern kleine Parks, wo Menschen auf Bänken oder direkt auf den Wiesen saßen. Balkone und Dächer waren sehr oft üppig bepflanzt. Die Häuser in Paris waren nicht so dunkel und klein, wie man sie sich bei Hugo und Zola vorstellt. Fünf bis sechs Stockwerke waren normal und wo man in die Wohnungen schauen konnte, sah man viele Stuckdecken. Die Fassaden waren ebenfalls reich verziert und häufig mit schwarzen verschnörkelten Gittern geschmückt. Die Hauptfarbe der Pariser Häuser ist weiß und Schmutz oder Graffiti sind eine seltene Ausnahme.

P1120914Paris ist jung! Überall in der Stadt trafen wir auf Kinder und die meisten Familien waren mit mehr als einem Kind unterwegs. Es gab Spielplätze in jedem Park und die Kids nutzten sie reichlich und laut. Die Sorbonne sorgt dafür, daß auch reichlich Studenten die Stadt bevölkern und den jugendlichen Eindruck verstärken.

Die Stadt der Liebe wird von vielen Paaren besucht. Manche werden auch erst dort ein Paar und lassen sich dann vor dem Eiffelturm oder den Brunnen auf dem Place de la Concorde ablichten. Ich konnte nicht widerstehen und habe das junge Glück auch fotografiert 😉

Ein Kommentar zu “Paris 2013

  1. Pingback: Paris 2013 – liaisoncollies

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