2 x 2. x 2 – CACIB Chemnitz 26.06.2021

Als im Frühjahr 2021 das Meldeportal für Chemnitz geöffnet wurde, ging ein Aufschrei durch die Ausstellerwelt. Wegen der Corona-Auflagen sollten nur geimpfte und getestete Aussteller zugelassen werden. Gleichzeitig wurden reihenweise Shows abgesagt wegen der Inzidenzzahlen, zum Teil bis tief in den Sommer hinein. Als vollständig Geimpfte wollte ich den Mut der Sachsen belohnen und natürlich endlich mal wieder auf eine Ausstellung fahren.

Viele Wochen im voraus war natürlich überhaupt nicht klar, wer wann und ob überhaupt und mit Begleitung, oder ohne. Ich entschied, drei Hunde zu melden und dann je nach Ablauforganisation zwei davon mitzunehmen. Die Wahl fiel auf Hobbit, Toni und Roxy. Wir waren vorher noch nie auf dieser Show, ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Aber es war die beste Gelegenheit, auch mal wieder die Familie zu besuchen.

Als nach Meldeschluss die Organisation bekannt gegeben wurde, war ich zuerst nur froh, daß Collies und Shelties nicht gleichzeitig in den Ring mußten. Die Shelties durften schon um 10:10 Uhr aufs Gelände, die Collies erst 2 Stunden später. Die Ringe waren im Außenbereich und direkt nebeneinander. Da ich mir für Toni’s allererste Show auch eine besonders nette Richterin ausgesucht hatte und diese nicht im allgemeinen Richterkarusell umbesetzt worden war, war Toni nun definitiv dabei. Wer ihn begleiten würde, stand dann erst am Samstagmorgen fest. Für die Anreise über 500 km hatte ich 6 Stunden Fahrzeit eingeplant und für den Fall, daß ich verschlafe, hätte ich bei den Collies zwei Stunden mehr Zeit.

Samstagnacht um 4 Uhr ging die Reise los, der Vollmond versteckte sich in dichtem Nebel und im Auto saßen Hobbit und Toni! Das Navi schickte mich nach einer Neuberechnung über eine ungewohnte Strecke durch das Vogtland und ich brauchte nur knapp 5 Stunden mit Pausen. Vor Ort erwartete mich ein großer Parkplatz und ein fröhlicher Ordner, der nur 4 Euro Parkgebühr wollte (in Dortmund zahlt man für weniger fast das doppelte) und mir Glück und einen schönen Tag wünschte.

Der Einlass war gut organisiert und völlig unproblematisch. Vielleicht sollte man diese Zutrittsregelung auch nach der Pandemie beibehalten. Die ewig langen Schlangen vor einer CACIB-Show nerven wirklich! Das Außengelände entpuppte sich als ein Parkplatz: kein Baum, kein Strauch und kein Schatten! Die angesagten 23 Grad fühlten sich schnell doppelt so heiß an und wir verlegten unseren Platz unter eine Treppe. Dort wurde es im Laufe der Veranstaltung richtig voll und ganz bestimmt konnte niemand den verordneten Abstand einhalten. Es war tatsächlich ein kleines Stück Normalität, auch wenn alle brav mit Maske in den Ring gingen.

Dieses Foto von den platzierten Corgis durfte ich von der LG Sachsen stibitzen. Es zeigt links hinten die besagte Treppe und auch die sonnigen Bewertungsringe gut.

Der kleine Hobbit ging ganz taff in den Ring und präsentierte sich vorzüglich. Für mich war er der klare Gewinner in der Zwischenklasse, die aus drei hübschen Jungrüden bestand. Er durfte sich dann tatsächlich über einen zweiten Platz freuen.

Danach hatte Toni gute zwei Stunden Zeit, um sich zu akklimatisieren. Wir standen lange am Ringrand, damit er vom Zuschauen lernen konnte, was passieren wird und vor allem sehen, was nicht passiert. Viele Aussteller haben ihn gestreichelt und auch mal ‚gerichtet‘. Ich bin allen ‚Kollegen‘ sehr dankbar! Dann stand mein großer Junge neben einem hübschen kleinen Rüden im Ring, zum ersten Mal in seinem Leben und gerade 12,5 Monate alt. Die Richterin hat meine Hoffnungen erfüllt und ihn wirklich sehr lieb auf das Richten eingestimmt. Toni hat ihre Freundlichkeit erwidert und sich richtig gut benommen. Mit seinem allerersten Auftritt auf einer Show können wir beide (Toni und ich) mehr als zufrieden sein. Der zweite Platz geht völlig in Ordnung und auf seine vorzügliche Bewertung bin ich richtig stolz.

Mehr als ein einfaches Lob und Dankeschön hat sich an diesem Tag die LG Sachsen des CfBrH verdient. Als Organisatoren der Sonderschau für die Britischen Hütehunde haben sie echt einen tollen Job gemacht. Direkt bei meiner Ankunft auf dem Gelände wurden mir die Meldepapiere sogar gebracht und der nette Mann hielt auch gleich die beiden Hunde fest, damit ich die Hände frei hatte, um Box usw. aufzubauen. Auch die Bewertungen wurden zügig ausgegeben, noch bevor die gesamte Rasse fertig gerichtet war. Das war dann bei den Collies der einzige Wermutstropfen! Selbst nach Ende des Richtens mußten wir noch lange warten und kamen fast als letzte vom Platz. Der Parkplatz war schon wieder leer und die Ordner wollten die Papiere am Ausgang schon gar nicht mehr sehen (so wie es ursprünglich angekündigt war).

Fazit: Das tolle Team der LG Sachsen hat das Beste aus den Bedingungen gemacht. Hobbit hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft und Toni hat den ersten Schritt in eine gute Ausstellungslaufbahn gemeistert.

Ausstellen in der Prignitz – CAC Dallmin 2021

Alle Jahre wieder findet im Frühjahr die Ausstellung des CfBrH in Karstädt OT Dallmin statt. Jedes Jahr warte ich gespannt auf die Bekanntgabe der Richter, denn wenn man für eine einzelne kleine Clubschau knapp 700 km Entfernung auf sich nimmt, muß es sich lohnen …. und immer die Hoffnung, bei dieser Gelegenheit meine liebe Dörte in der Prignitz zu besuchen. In diesem Jahr hatten sich die Vorzeichen gedreht: Nach einem langen Corona-Jahr fast ohne Shows und mit allen anderen bekannten Einschränkungen wollte ich einfach wieder raus. Die Ausstellung war diesmal nur der Anlass, meine Fahrt zu Dörte eben auf dieses Wochenende zu legen. Die Richter für dieses Jahr waren auch wohltuend anders, als die sonstige Verteilung der immer gleichen deutschen Richter des Britenclubs über das gesamte Jahr 2021. So ging es mir also wie ganz vielen Ausstellern an diesem Wochenende, endlich wieder raus und endlich wieder eine Show. Entsprechend groß waren die Meldezahlen und entsprechend bunt gemischt waren die gemeldeten Hunde, von übertypisierten Fellbomben bis zu amilastigen Sporthunden. Blue-Merle ist ganz offensichtlich schwer in Mode. Ich habe wundervolles Silberblau gesehen, aber leider auch einiges in rostigem Schieferton. Doch wie heißt es so schön: Ein guter Hund hat keine Farbe!

Die Anfahrt zum Gelände war so einfach, daß sogar ich es ohne Ausschilderung direkt gefunden habe. Die Parkplätze waren ausreichend und die Begrüßung am Einlass herzlich und streßfrei. Für die Rüden war ein Kegel aufgestellt, den auch der Hobbit sofort gewässert hat. Nach dem Gelächter zu urteilen, war er mindestens der hundertste Beinchenheber dort.

Auf dem eher langgestreckten Hundeplatz waren vier schöne große Ringe hintereinander mit Flatterband am Boden abgesteckt. Der Platz für die Aussteller rechts und links daneben war leider etwas knapp. Nicht nur der Hobbit, sondern auch ich fand es sehr unangenehm, daß während dem Richten direkt hinter uns eine Gruppe auflief, um sich laut zu unterhalten und deren Hunde sich derweil mit dem Hobbit austauschten. Aber wir waren ja dort, um genau solche Situationen zu üben und es ging um gar nichts sonst.

Unbedingt lobend erwähnen muß ich die Verpflegung der Teilnehmer. Der Wurstgulasch mit Nudeln war reichlich und lecker. Da ich immer erst nach dem Richten überhaupt essen kann, ist auf den meisten Shows bereits alles ausverkauft. In Dallmin reichte das Mittagessen bis zum späten Nachmittag für alle und der Kaffee war richtig gut. Leider mußte man damit etwas vorsichtiger sein, denn der Weg zur Toilette war verdammt weit!

Gemeldet hatte ich 3 Hunde für diese Show, um dann nach Zeitplan/Meldezahlen und Corona-Regulierungen zu entscheiden, wer mich begleitet. Toni in der Jugendklasse Collie-Rüden hätte um 8:30 auf dem Platz sein dürfen und hätte um 9:30 schon im Ring gestanden. Danach hätte er sich bis 15 Uhr gelangweilt, nämlich bis Roxy in der Offene Klasse der Colliehündinnen fertig ist.

Für die allererste Show eines pubertierenden Jungrüden fand ich das unpassend und vor allem für mich wenig entspannend. Er durfte also zu Hause bleiben und wir erschienen erst gegen 11 Uhr auf dem Platz. Die Shelties waren laut Zeitplan um 13:30 dran und gute 2 Stunden Vorlauf um auch mental anzukommen, haben sich für mich und also auch für meine Hunde oft bewährt.

Die Shelties wurden pünktlich gerichtet und der Hobbit belegte in der Zwischenklasse Rüden den zweiten Platz mit einer sehr schönen Bewertung und der Erkenntnis, daß er sich auf dem Platz nicht so ganz wohl fühlen würde. Das war völlig korrekt erkannt. Der kleine Mann möchte wirklich JEDEN persönlich begrüßen und besonders die Hündinnen läßt er nicht aus der Nase. Bei der Menge an Mensch und Hund war er schlicht überfordert und die bereits erwähnte Dichte der Ausstellerzelte zum Ring machte es schwierig, ihn zur konzentrierten Mitarbeit zu bewegen. Das müssen wir einfach noch ganz oft üben. Coronabedingt fehlt ihm die komplette Zeit in der Jugendklasse und dafür hat er seine Sache wirklich ganz hervorragend gemacht.

Auch seine Schwester Habanera war aus Berlin angereist und hat in der Zwischenklasse bei den Hündinnen einen tollen zweiten Platz erreicht. Sie hat sich zu einer sehr schönen Hündin entwickelt. Das Wiedersehen der Geschwister wirkte nicht, als würden sie sich erkennen. Der Hobbit freute sich einfach über ein hübsches Mädchen, das er ausgiebig beschnüffeln durfte. Dafür freute ich mich umso mehr, Habanera wieder zu sehen und ihr Frauchen endlich auch persönlich kennen zu lernen.

Wegen der hohen Meldezahl waren die Collies tatsächlich den ganzen Tag im Ring. Für mich war das sehr spannend, denn viele Hunde habe ich zum ersten Mal live gesehen, weil sie selten in Süddeutschland ausgestellt werden. Der Schweizer Richter hatte ein Körmaß dabei, das gelegentlich verwendet wurde und viele Collies sehr verwirrte. Bei allen Collies kam ein Maßband zum Einsatz, mit dem der Umfang des Brustkorbs vermessen wurde. Ich war wirklich erleichtert, daß Toni nicht dabei war. Das Erlebnis, wenn ein wildfremder bärtiger Mann sich über ihn beugt, um ihm ein buntes Band um den Oberkörper zu schlingen, kann ich nicht einschätzen und hätte es für seine allererste Show auch nicht gewollt. Wir haben ja schon einiges mit ihm geübt, aber das haben wir noch nie erlebt und deshalb auch nicht vorhersehen können.

Um die Mittagszeit erschien eine dunkle Unwetterwolke über dem Platz und ergoß sich urplötzlich über das Geschehen. Es schüttete buchstäblich aus Eimern. Während in den anderen Ringen Pause gemacht wurde, ging es bei den Collies weiter und es erwischte die, die es am wenigsten verdient hätten. Die beiden Veteraninnen wurden naß bis auf die Haut und niemand sah ihnen im Ring zu, weil alle Zelte vor den Wassermassen verschlossen wurden. Ich finde es wirklich wichtig, die Veteranen zu zeigen und anzuschauen. Sie sind die Basis der heutigen Zuchtgeneration! Genauso wichtig finde ich es für die Jüngsten, wenn sie ihre ersten Ausstellungen als positive Erlebnisse abspeichern. Statt dessen standen die Kleinsten direkt nach den Veteranen im kalten Wasserguß. Zum Glück für alle anderen hörte der Regen relativ schnell wieder auf.

Als Roxy mit mir vor dem Richtertisch stand schickte das Unwetter als letzten Gruß noch eine Windböe, die das Richterzelt stark in unsere Richtung bog und alle Papiere vom Richtertisch durch die Luft wirbelte. Mein kleines Mädchen blieb recht ruhig. Ich habe sie einfach in den Arm genommen, auch wenn es nicht wirklich nötig war. Auch bei Roxy wurde anschließend der Brustkorb vermessen … und für zu wenig befunden! Der Richter erklärte mir, daß er sie ansonsten für vorzüglich hielt, sie aber deshalb nicht platzieren könnte. Aber ich solle nicht traurig sein, sie würde sich noch entwickeln. Roxy ist eine in allen Teilen vorzügliche erwachsene Hündin mit einem exzellenten Gangwerk, was ihr von mehreren Richtern auch bereits bescheinigt wurde. Tatsächlich ist sie aber insgesamt eher zierlich und schlank. Nachdem mir lange vorgehalten wurde, daß meine Hunde alle zu moppelig wären, halte ich die aktuelle Generation eher schlank bis trocken aufgebaut. Nun hätte ihr zum ersten Mal etwas Speck auf den Rippen zu einer Platzierung verholfen, oder vielleicht auch etwas mehr Plüsch, statt dem Sommerkleidchen? Ich war schnell wieder versöhnt, weil als Siegerin aus dieser stark besetzten Offenen Klasse ein Hündin gewählt wurde, die mir wirklich richtig gut gefallen hat und ich mich von Herzen mitfreuen konnte.

Mein Fazit für diese Show: Dallmin ist eine super organisierte Ausstellung mit freundlichen, hilfsbereiten Menschen! Ich kann mich bei allen nur herzlich bedanken für den großen Einsatz … und für den Tip mit der Eisdiele, es war wirklich lecker! Die Auswahl der Richter wird für mich wegen der Entfernung leider ein Kriterium bleiben, aber wir kommen gerne wieder. Dieses Mal habe ich nicht verstanden, warum eine Richterin, die aus einer renommierten Schweizer Colliezüchter-Familie stammt, für Corgis und Shelties auf dem Platz ist und ein Terrier-Mann die Collies richtet. Aber das muss ich auch nicht verstehen, wir waren wirklich nur zum Entspannen in der Prignitz und das ist gelungen!

Entschleunigen in der Prignitz – Königsbusch Putlitz 2021

Wenn es ein Ende der Welt in Deutschland gibt, dann hat es sich in der Prignitz versteckt. Kaum eine Gegend ist so unbekannt und doch so herrlich wie die Prignitz. Diese Oase der Ruhe im äußersten Norden von Brandenburg ist tatsächlich noch ein Geheimtip. Am Ende der A39 bei Wolfsburg grüßt am letzten Rastplatz noch ein Förderturm.

Sobald man aber die Elbe überquert hat, dreht sich die Uhr um hundert Jahre zurück. Der Unterschied vom Hannoverschen im Landkreis Gifhorn zur Altmark im Landkreis Salzwedel ist mehr als auffällig. Über wunderschöne alte Alleen, durch malerische Dörfer und große dichte Kiefernwälder fährt man über mehr als 150 km entspannt in Richtung Perleberg. Irgendwo an der B190 weist ein Schild auf die Romantik-Straße hin. Ich hätte es aber auch so gemerkt, daß ich hier auf einer außergewöhnlichen Route war. Als die Straßen immer holpriger wurden, kam das Ziel immer näher. Den letzten Kilometer kommentierte mein Navi sehr treffend: „Das Ziel befindet sich auf einer nur beschränkt befahrbaren Strecke“. Stimmt … und schon diese Straße trennt den liefergelegten Juppi vom Naturfreund.

Das Ziel unserer langen Reise war der Königsbusch in Putlitz. Dahinter verbirgt sich der Reiterhof meiner Freundin Dörte. Auf dem Hof leben tatsächlich viele Pferde und es gibt auch einen Reitplatz. Dort wohnen auch die beiden Hofhunde Bolle (12 jähriger Mudi) und Frau Calli (9 jährige Kuvacz-Mix-Hündin). Drumherum gibt es Füchse und Hasen, Marder und Igel, Kraniche und Störche. Die drei Rehe in der Umgebung heißen Kevin, Chantal und Germaine. Sie tragen diese tollen Namen, weil sie immer am Straßenrand stehen bleiben wenn ein Auto kommt, bis es da ist – dann laufen sie los. Und dann gibt es da noch einen einsamen Wolf und solange er die Pferde in Ruhe läßt, darf er da auch gerne sein. Mit den großen Weideflächen und den vielen uralten Bäumen ist der Königsbusch ein kleines Paradies. Allerdings machen die vielen Vögel einen unglaublichen Lärm 😉

Manchmal vermietet Dörte das urige Gästezimmer neben der Sattelkammer (mit Hochbett, Küche und Bad) oder die ausgebauten Bauwagen auf dem Gelände. Gäste mit Hund(en) und Pferd(en) sind willkommen, die auf städtischen Schnickschnack verzichten wollen und das auch können. Es gibt selbstverständlich Strom und fließendes Warmwasser. Das Wasser ist so eisenhaltig, daß es fast wie Blut schmeckt. Die Mücken kannten leider den Unterschied. Einen Fernseher gibt es nicht. Das war etwas schade wegen der Fußball-EM – aber wirklich vermißt habe ich ihn nicht.

Mit Colliemädchen Roxy und Sheltierüde Hobbit habe ich im Königsbusch die Seele baumeln lassen. Am Anreisetag hatte ich noch vorsorglich eine Leine an den Hunden. Danach sind sie frei und fröhlich umher gestreift, haben Menschen und Pferde freundlich begrüßt und waren jederzeit auf Zuruf bei mir, wenn ich sie im hohen Gras aus den Augen verloren hatte.

Entschleunigen in der Prignitz … liebe Dörte, bis zum nächsten Besuch werden nicht wieder Jahre vergehen!

Szilvásvárad Hund & Pferd

EhrenringDiese Show hat einen Beitrag unabhängig von unseren Erfolgen verdient! Es lohnt sich auf jeden Fall, ein paar Tage Urlaub dafür einzuplanen. Szilvásvárad liegt am Rand des Bükk-Nationalparks im Nordosten von Ungarn, unweit der slowakischen Grenze. Der Nationalpark ist ein leicht bergiges Waldgebiet und gerade im Frühjahr mit dem frisch leuchtenden Grün ein herrlicher Platz zur Erholung. Hier wurden auch heiße Quellen entdeckt und in Thermalbädern nutzbar gemacht. An jedem zweiten Haus bietet ein Schild „Zimmer frei“ (wirklich auf deutsch) eine gute Unterkunft. Vom Ort selber haben wir keine Fotos gemacht. Dank der Show war es überall voller Autos und Hunde!

Pferd3

Die Show fand im Lovas-Stadion statt, dem Zuhause der Lipizzaner. Diese wunderschönen Pferde zeigten auch ein tolles Programm im Ehrenring während der Ausstellung. Der Ehrenring hatte zusätzlich zur transportablen Tribüne an der gegenüberliegenden Seite eine große Videowand und bot so jedem Besucher gute Sicht auf die Ereignisse dort.

 

 

 

Das Stadion hat einen großen Parkplatz und auch einen separaten Teil für Campingfahrzeuge. Für die übrigen lohnte sich frühes Erscheinen. Bis etwa 8 Uhr morgens kamen alle noch auf dem Parkplatz vor dem Stadion unter. Danach wurde der Weg etwas weiter und die Letzten parkten am Ortseingangsschild! Besonders am ersten Tag, als noch viel kontrolliert wurde und die Helfer noch nicht genug Routine hatten, kam es zu langen Wartezeiten in der Autoschlange.

 

Im Stadion selbst erwarteten uns dann 34 Ringe, alle unter freiem Himmel, manche mit Gras, andere mit Teppich auf Betonboden. Der Rasen im gesamten Stadion war gleichmäßig kurz gemäht, sehr weich und ohne Stolperbüschel. Die Ringe waren etwas klein, wenn man Gangwerk zeigen muß oder möchte. Für die Aussteller waren 3 riesige Zelte aufgebaut, unter denen man sich vor der prallen Sonne schützen konnte oder in unserem Fall auch einen Gewitterregen trocken überstand. Die Blitze blieben in den umliegenden Bergen, der Regen überschüttete das Gelände mit mehr Wasser, als der Boden aufnehmen konnte. Unter diesen Großzelten war das Aufbauen von Ausstellerzelten verboten. Es gab aber reichlich Platz dafür außerhalb und um die Ringe.

 

Das Regenwasser vom ersten Nachmittag stand auch am folgenden Ausstellungstag noch auf dem Platz. Man versank förmlich im Boden und wir haben unsere Hunde der weißen Füße wegen zum Ring getragen. Ob solche Sintfluten dort häufiger auftreten, wissen wir natürlich nicht. Zu empfehlen sind reichlich Handtücher und Papier, um in jedem Fall gewappnet zu sein.

EssenSelbstverständlich gab es auch jede Menge Verkaufsstände und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Einen kleinen Kaffee gab es schon für 300 Forint (= 1 Euro). Eigentlich fotografiere ich nie mein Essen. Für Pörkölt mit Tarhonya habe ich eine Ausnahme gemacht. Man sollte es aber besser in einem Restaurant bestellen. Dort ist die Qualität für 3.000 HUF jedenfalls deutlich besser!

 

Zelt3Zur Show muß man mit entspannten Hunden anreisen. In Ungarn wird bis unmittelbar vor dem Auftritt im Ring an allen Ecken und Enden gefönt. Das ist selbst mir teilweise zu viel Geräusch geworden. Ganz selbstverständlich wurde dort nicht nur gebürstet, sondern regelrecht gegroomt, also alle Arten Spray und Puder und das letzte Härchen wurde schnell in Form effiliert. Yorkies wurden sogar vor Ort noch gebadet! Auch in Ungarn setzen sich mehr und mehr professionelle HandlerInnen durch. Man erkennt sie an ihrer tollen Figur und den bunten Kostümen, auch die Herren sind überwiegend klein, schlank und bunt. Ich bleibe dabei:

Ich bin ein Breeder, kein Performer! … und außerdem würde ich in diesem Flitter lächerlich aussehen!

Das es bald los geht, erkennt man nicht unbedingt an der Uhrzeit. Der Beginn des Richtens am ersten Tag war eine Stunde später als vorgesehen, vermutlich um den vielen Ausstellern, die draußen noch im Auto Schlange standen, eine Chance zu geben. Los geht es, wenn die angenehme Rockmusik rund um den Ehrenring abgeschaltet wird und statt dessen die Nationalhymne ertönt. Die Ungarn stellen dann kurz das Groomen ein und stehen für diese Momente still und ehrerbietig. Das kannten wir schon aus Szombathely und waren nicht überrascht. Wir standen auch artig still und weil keiner mitgesungen hat, sind wir nicht aufgefallen. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache erschienen dann endlich die Richter im Ring und es ging los!

 

Pferd1

Hungarian Champion

WappenUm nationaler Champion in Ungarn zu werden, braucht man 4 ungarische CAC von mindestens 3 verschiedenen Richtern. Davon müssen 2 CAC auf einer internationalen Schau erworben werden. Zwischen dem ersten und dem letzten CAC müssen 1 Jahr und 1 Tag liegen. Ein CAC ist eine Anwartschaft auf den nationalen Championtitel. Diese erhält der mit Exzellent bewertete Gewinner der Zwischenklasse, der Offenen Klasse und der Championklasse. Das klingt im ersten Lesen nicht schwieriger, als anderswo. Allerdings hat Ungarn eine große und namhafte Collieszene. Ohne wertende Reihenfolge nenne ich auch in Deutschland bekannte Zwinger wie Nyitramenti, Rineweld, Dragon Gold, Prince of Sunlight, Benedister …. und sie waren alle auch in Szilvásvárad! Der ungarische Titel ist keiner, den man mit einem guten Hund und etwas Glück im Vorbeigehen mitnehmen kann.

LänderIn Szilvásvárad findet alle 2 Jahre eine besondere Show statt. Im Stadion der Lipizzaner werden 3 große internationale Ausstellungen an 3 Tagen hintereinander ausgerichtet. Wer an jedem dieser 3 Tage ein CAC gewinnt,  erhält den Titel Ungarischer Champion. Dieser besondere Anreiz lockte in diesem Jahr nicht nur ungarische Aussteller in den Bükk-Nationalpark, sondern halb Europa – von Norwegen bis Malta – war zu Gast auf dieser Show! Dazu gab es Teilnehmer aus Thailand, Kanada und Argentinien! Insgesamt rund 1.700 Hunde wurden täglich in 34 Ringen den namhaften Richtern aus aller Welt und vielen Besuchern präsentiert.

 

Am ersten Tag richtete mit Ildikó Muszlai eine bekannte ungarische Colliezüchterin.

Wir durften uns über das erste CAC für Ch. Liaison Chagall freuen!

Tag1Seine Tochter Ch. Liaison Élysée erhielt ebenfalls CAC, dazu das CACIB und das BOB! Wir waren richtig glücklich. Ein CACIB ist eine Anwartschaft auf den Internationalen Championtitel und wird nur an den besten Rüden bzw. die beste Hündin verliehen. Auch da muß zwischen der ersten und der vierten Anwartschaft ein Jahr und ein Tag liegen. Dazu braucht man diese vier Anwartschaften aus drei verschiedenen Ländern und von drei verschiedenen Richtern. Unsere Liese hatte bereits 6 CACIB aus 3 Ländern, aber erst in Szilvásvárad waren ein Jahr und ein Tag vergangen. Jetzt dürfen wir auch für sie den Internationalen Championtitel beantragen. Wir waren gleich am ersten Tag happy.

EhrenringDas BOB ist eine Frage der Ehre. Es bedeutet Best of Breed und wird an den Besten Vertreter der Rasse verliehen. Es berechtigt zum Start im Ehrenring am Tag der Show. Auch wenn Collies nur sehr selten auf das Treppchen im Ehrenring steigen, gehört es sich doch, daß man erscheint und seine Rasse vertritt. Unser geplanter Ausflug nach Eger fiel an diesem Nachmittag also aus und wir wurden Zeuge eines heftigen Wolkenbruchs auf dem Showgelände. Die Wiesen versanken im Schlamm und Liese war im Ehrenring nicht zu bewegen, sich in einer tiefen kalten Pfütze korrekt zu präsentieren. Ohne Ohren keine Ehre!

 

Tag2

 

An Tag 2 richtete Geoff Duffield aus England die Collies. Unser Chagall erhielt sein 2. CAC und mußte sich dafür gegen einen sehr schönen ungarischen Mitbewerber durchsetzen. Seine Tochter Liese hatte an diesem Tag weniger Erfolg. Sie wurde zwar Exzellent bewertet, aber nur Dritte hinter einer ungarischen und einer russischen Championhündin.

 

 

 

Tag3Der dritte Tag wurde zu unserem absoluten Highlight. Die Collies wurden von Anna Albrigo aus Italien gerichtet. Chagall erhielt sein 3. CAC und hatte damit die Bedingungen der Sonderschau erfüllt. Er ist jetzt Hungarian Champion! Dazu erhielt er das CACIB, wurde also bester Rüde!

Unser Lieschen erhielt ihr 2. CAC, dazu das CACIB für die beste Hündin der Show. Damit hatten wir die bisher einmalige Situation, daß der beste Rüde (Chagall) gegen die beste Hündin (Élysée) um  das Best of Breed laufen mußte. Dazu laufen auch der Beste Junghund und der Beste Veteran in diesem Wettbewerb mit! Sven kam mit Chagall in den Ring. Ich hätte es nicht entscheiden wollen. Chagall drehte sich beim Laufen aber immer zu mir und seiner Tochter um und verspielte damit den höchsten Titel. Er wurde BOS – Best of Opposite Sex – und seine kleine Tochter erhielt zum zweiten Mal an diesem Wochenende das BOB. Was für ein Gefühl, mit gleich Zwei aus der eigenen Nachzucht eine internationale Show zu gewinnen! Ich war vor Freude aus dem Häuschen und die Liese damit natürlich auch. Das Posen für Fotos danach muß ich noch üben, da stehen andere viel konzentrierter da. Mein herzlicher Dank an dieser Stelle an Elena Balázsovits (Nyitramenti) für dieses Foto von dem einmaligen Moment!

3.Tag

PräsenteUnsere „Ausbeute“ von diesem Wochenende:

5 von 6 möglichen CAC und der Hungarian Champion für Ch. Liaison Chagall

3 CACIB und die Vollendung des InterChampions    für Ch. Liaison Élysée

1 BOS

2 BOB

 

…. und wirklich schön war es dort auch! Danke an alle, die mitgewirkt haben, vom Einweiser auf dem Parkplatz bis zum Präsidenten des Ungarischen Hundeverbands. Es war eine tolle Show! Herzlichen Dank dafür!

Tatabányai Turul Emlékmü

Einmal quer durch Ungarn und zurück ging unsere Reise im Mai 2018. Natürlich schaut man während der ganzen Fahrt voller Neugier in die Gegend und man sieht: Gegend. Wenn auf den Straßenschildern nicht ab und an andere Ortsnamen stünden, mit denen man Erinnerungen verbinden kann …. selbst mit den Nummernschildern der anderen Fahrzeuge kann man nicht wirklich etwas anfangen. Die meisten kommen aus Rumänien und Tschechien, ein paar Ungarn waren auch unterwegs.

turul-2662059_1920Der Vogel Turul bei Tatabánya war willkommene Abwechslung und im Internet fand sich dann seine Geschichte. Tatsächlich soll er vor über 1.000 Jahren den Ungarn gesagt haben, daß sie sich hier ansiedeln und nicht weiterziehen sollen. Wer weiß, ohne diesen Vogel würden wir vielleicht alle heute ungarisch sprechen.

Buda13Schließlich hatte das Navi Mitleid mit uns und führte uns auf eine Autobahn, auf der es kein Entrinnen mehr gab vor der Durchfahrt durch Ungarns schöne Hauptstadt. Trau nie einem Navi, daß du nicht selber programmiert hast! Mitten durch die Budapester Altstadt führte uns jetzt unser Weg. Über mangelnde Abwechslung brauchten wir uns nicht mehr beklagen und der zähe Großstadtverkehr bracht Zeit und Gelegenheit für viele Fotos und Erinnerungen! Über diese Brücke war ich vor 4 Jahren mit Lucie gelaufen, als wir zum Vater des D-Wurfes gefahren waren. Dort hatte ich gefrühstückt und da … und überhaupt … und oh, das kenne ich gar nicht! Auch wenn die Fotos während der Fahrt und durch die Autofenster nicht künstlerisch wertvoll geworden sind, sind sie doch ein erster Eindruck von dieser Stadt und eine schöne Erinnerung.

Auf der Rückfahrt hatten wir dann weniger Vertrauen in die Technik und gut aufgepaßt, daß wir auf der Autobahn bleiben. Abwechslung bot uns dann das Wetter genug, denn von streng begrenzten Gewittergüssen – in die wir natürlich hineinfahren mußten –  bis zu riesigen Schlaglöchern voller Regenwasser, das von dem Bus vor uns zu haushohen Wasserfontänen aufgewirbelt wurde, bis zu Sommersonne und 28°C war alles dabei. Ich versuchte die roten Puschelsträucher am Straßenrand zu fotografieren und die silbernen Bäumchen zu identifizieren. Vermutlich war es Sanddorn. Man müßte im Herbst noch einmal fahren, wenn die Beeren an den Sträuchern leuchten, um es genau zu wissen.

Ungarn hat bei uns den Eindruck hinterlassen, daß es ein fruchtbares und sehr dünn besiedeltes Land ist. Unterwegs gab es nur selten einen Blick auf vereinzelte Häuser und die ausgeschilderten Orte an den Abfahrten waren von der Autobahn aus nicht zu sehen.

7 Days bei Linz

Unser Kurzurlaub im Mai 2018 führte uns weit nach Ungarn in den Bükk-Nationalpark. Weder für uns, noch für die Hunde sind 1.200 km am Stück ein angenehmes Erlebnis. Ermutigt durch unser positives Erlebnis mit dem 7 Days Premium bei Salzburg haben wir uns dieses Mal deshalb für zwei Übernachtungen bei der gleiche Kette in der Nähe von Linz entschieden.

Nach 600 km, für die wir im Pfingstreiseverkehr 8 Stunden brauchten, kamen wir am Ziel an. Das Hotel liegt wie erwartet direkt an der Autobahnausfahrt Ansfelden. Positiv aufgefallen ist uns die direkte Lage zwischen einem Spar-Markt und einer Sparkasse. Der Friseur hatte allerdings den Standort gerade aufgegeben und zwei weitere Ladenlokale standen ebenfalls leer. Das Beste für den Reisenden sind jedoch ein Pizza-Kebab und ein Asiatisches Buffet-Restaurant, beide bis 23 Uhr geöffnet.

Der erste Eindruck vor dem Hotel war mit zerfetzten Fahnen und überlaufendem Müll ernüchternd und setzte sich leider im Zimmer fort. Ich erwarte in einem günstigen Durchreise-Quartier wirklich keinen 5-Sterne-Luxus, aber Platz zum Atmen und Sauberkeit. Nach unserem Besuch in der Salzburger Filiale waren wir dieses Mal wirklich enttäuscht. Fußabdrücke an den Wänden, Schimmel im Bad und Seifenreste an der gläsernen Badezimmertür fielen sofort ins Auge. Der Raum war furchtbar eng und wirkte durch das dritte Bett über dem Kopfende bedrückend. Den einzigen Stuhl im Zimmer für 3 Personen haben wir schnell auf das Hochbett verfrachtet um wenigstens rund um das Bett laufen zu können. Die Hunde durften im Auto schlafen, sonst hätten wir uns gar nicht mehr bewegen können.

Auf der Rückfahrt hatten wir das gleiche Hotel gebucht und bekamen ein anderes Zimmer. Es war genauso eng und schmutzig. Die wirklich netten Menschen an der Rezeption konnten den schlechten Eindruck nicht mehr aufbessern, zumal ich am Morgen der Rückfahrt feststellen mußte, daß der Fön nicht funktionierte. Wenigstens gab es 500 Meter weiter noch eine günstige Tankstelle, die wir für Diesel und Kaffee nutzen konnten.

Zimmer mit Aussicht

Nein, 7 Tage wollten wir nicht bleiben, auch nicht Premium. Aber auf der Durchreise von Kroatien in die Mitte Deutschlands liegt Salzburg auf der Hälfte des Weges und dieses Hotel direkt an der Autobahn in Puch bei Hallein.

Für kleines Geld wollten wir ein kleines Nickerchen machen und haben eine Nacht hier gebucht: 7 Days Premium Hotel Salzburg.

PuchAussichtEs war überraschend anders, als erwartet. Ein riesiges Haus, direkt neben einer günstigen Tankstelle in Sichtweite zur Autobahn. Trotzdem hörte man im Zimmer nichts von der Geschäftigkeit rundum. Die Rezeption rief uns unterwegs an und wartete auf uns … wir wußten nicht, daß sie am Wochenende schon um 20 Uhr Feierabend hat und waren noch 60km entfernt.

Das Haus mit sicherem Fahrstuhl-Karten-System und Tiefgarage machte trotz einsamer Lage einen vertrauenerweckenden Eindruck. Das Zimmer war einfach, praktisch und blitzeblank. Die Dusche war für kleine Mitteleuropäer konzipiert. Da eine Tür zum restlichen Bad komplett fehlte, wurde das Bad beim Duschen leider komplett geflutet. Vorhänge hatte das Fenster nicht, aber bei dieser Aussicht sind Gardinen eh völlig überbewertet.

Die Collies hatten reichlich Platz für ihre Decken und konnten sich jeder in eine Ecke verziehen. Schade war nur, daß pro Hund und Nacht nochmal 5 Euro aufgeschlagen wurden. Die beiden haben exakt die wenigen Schritte von der Tür bis zu ihren Decken gemacht und auch sonst nichts angestellt.

Das Frühstück sollte den gleichen Preis haben, 5 Euro pro Person und sah einfach und rustikal aus. An der benachbarten Tankstelle gab es das ähnlich für 3,60 Euro und ein mobiler Bäcker hält morgens auch hinter dem Haus.

Für Hundebesitzer ist das Gelände um das Hotel suboptimal: kaum Grün und viel Verkehr, Industriegebiet eben. Die beiden wollten lieber im Auto weiter schlafen, als nach einem passenden Löseplatz zu suchen. Wir sind dann in Bayern kurz in ländlicher Gegend abgebogen und haben dort die Hunde gelüftet.

Rovinj

Die Adria liegt in Istrien deutlich gegen die Nachmittagssonne. Das ist schön, wenn man ein wenig natürliche Gesichtsfarbe mit nach Hause nehmen möchte. Für Fotos mit blauen Hunden vor dem blauen Meer ist es … bescheiden. Ich habe mit einer neuen Bildsoftware gespielt und nicht wirklich was erreicht. Dafür, daß es die ersten Versuche sind, bin ich doch etwas stolz. Gegenlicht bleibt eben Gegenlicht.

Rovinj4Nachdem wir von Pula doch enttäuscht waren und die Collies ordentlich gestreßt, wollten wir eigentlich direkt nach Hause. Aber wenigstens für ein Eis und zwei Fotos fuhren wir den kleinen Umweg von 9 km dann doch. Es wurden drei Eis und zehn Fotos! Istrien ist sehr italienisch beeinflußt, (in Rovinj sind fast 12 % der Einwohner Italiener) so daß man fast an jeder Ecke wunderbares Eis bekommt. Und Rovinj möchte wohl zu gerne mit Rimini verwechselt werden! Nicht nur wegen der wundervollen Lage, sondern wegen dem absolut tourismusorientierten Stadtbild. Am Strand entlang wechseln sich Cafés mit Eisdielen und Pizzerien ab.

Niemand muß sich wundern, daß jeder die gleichen Urlaubsfotos mitbringt. In Rovinj steht alle paar Meter ein Schild „Foto-Point“ und da es wirklich schöne Motive sind, bleibt auch genau da jeder stehen.

Wir hatten Spaß an den Foto-Points und am Eis und die Collies waren dankbar, daß wir nur entspannt rumgesessen haben.

Abfahrt

Pula

PulaBogenBevor man sich auf einen Städtetrip begibt, sollte man etwas Hintergrundanalyse betreiben. Pula war eines dieser unbeschriebenen Blätter für mich, bis auf die Lage an der Südspitze Istriens und ein paar Fotos vom Amphitheater kannte ich nichts. Wesentlich mehr war auch nicht zu finden. Das historisch da mal Römer lustwandelt sind, war schon dank des imposanten Theaters klar. Ansonsten hatte sich Byzanz dort länger breit gemacht und die KuK-Monarchie baute Pula zum Militärhafen aus. Immerhin ist Italienisch zweite Amtssprache im Umland und damit erklären sich die mehrsprachigen Straßenschilder und es ist alles gesagt, was man wissen muß.

Also ab ins Auto und auf in das 20 km entfernte Pula. Das Amphitheater kann man eigentlich gar nicht übersehen und reichlich Parkplätze (mit Parkscheinautomat) gab es auch rundherum. Ich tat, was offensichtlich alle tun: Ich machte die trillionsten Fotos aus allen Perspektiven von der römischen Ruine. Künstlerisch wertvoll ist sicher keines meiner Bilder, aber einen Eindruck vermitteln sie hoffentlich. Für den Innenbereich sollte man Eintritt bezahlen. Normal herzlich gern, aber die Bauarbeiten waren schon von draußen unübersehbar und es versprachen sich keine atemberaubend neuen Eindrücke.

Um Ruinen zu sehen, konnten wir kostenlos die umliegenden Straßenzüge bewundern. Pula bleibt mir im Gedächtnis als eine große Ansammlung baufälliger Zeitzeugen aus der Tito-Ära, engen lauten Gassen und schrill-laut schreienden großen Vögeln auf den Dächern. An der Hafenpromenade lärmten dafür Jugendliche, die öffentlich Urkunden verliehen bekamen und endlich weiß ich auch, was Palmen im Winter tun: Sie kriegen einen Überzieher 😀

Nach der lauten Stadt gönnten wir uns und den Collies einen beschaulichen Platz am Meer … und leider Gegenlicht.

Adria