Bärenkinder: Der Grapscher

Kümmern kommt von Kummer … und wir hatten ziemlich von Anfang an einen Sorgenbub. Als Sechster von Sieben mit einem Startgewicht von 312g war er gar nicht benachteiligt … aber irgendwie kam er nicht recht voran! Nach der allgemeinen Gewichtsabnahme direkt nach der Geburt schafften seine Geschwister recht schnell zumindest eine Stabilisierung. Ihm halfen wir, indem wir ihn einzeln an die besten Zitzen anlegten. Als das nicht mehr ausreichte, mußte ich zur Milchflasche greifen. Den übrigen Geschwistern tat ein ‚mehr‘ sichtlich gut. Er mußte mehr als nur geduldig überzeugt werden.

Als er einmal am Rand mit kühlen Füßchen lag, packte ich ihn kurzerhand in mein Dekolleté. Aktive Wärme ist in diesem Fall die beste Lösung und so trug ich mal eine Weile Doppel-D! Sobald er wieder auf ‚Betriebstemperatur‘ war, begann er seine Umgebung zu erkunden … so kam er zu seinem Namen: Der (Titten-)Grapscher!

Lucie ist eine sehr instinktsichere Hündin und wir beobachteten genau. Der kleine Kerl wurde von ihr nicht anders gepflegt und beachtet, wie seine Geschwister. So blieben wir immer in der Hoffnung, daß er irgendwann seinen entscheidenden Schub bekommen würde und kümmerten uns. Er entwickelte sich langsamer, als seine Geschwister. Er verdoppelte als Letzter sein Geburtsgewicht und öffnete die Augen zwei Tage später, als alle anderen.

Am letzten Tag der dritten Woche verweigerte er plötzlich mittags die Nahrung, nachdem am Morgen noch alles wie gewohnt war. Ein siebter Sinn ließ mich Fieber messen und 39,2 Grad brachten alle Alarmglocken zum Schrillen. Bei einem so kleinen Kerlchen gibt es dann auch keine Experimente mehr, sondern sofort ab zum Doktor! Wir haben einen wirklich großartigen Tierarzt, dem wir zu 1.000 % vertrauen können. Dort angekommen ergab die Nachmessung schon über 40 Grad. Er wurde sofort untersucht und mit Medikamenten versorgt. Die Lunge war frei und  dehydriert war er zum Glück auch nicht, trotz Fieber …. Ich hatte Freudentränen in den Augen, als Sven mit einem fröhlich quietschenden Körbchen aus dem Auto stieg. Die Freude hielt nur 2 Stunden. Als ich dann die Temperatur wieder kontrollieren wollte – da schoß ihm eine riesige Blutmenge aus dem After. Sven raste wieder zum Tierarzt. Die Blutung war dort schon vorbei und der kleine Mann bekam noch ein Schmerzmittel. Mehr konnte man nicht tun, aber eine Wiedervorstellung am nächsten Morgen wurde vereinbart und das machte Hoffnung. So kuschelte ich meinen kleinen Grapscher in eine warme Decke und er schlief in meinen Armen ruhig ein …. und wachte nicht mehr auf.

Nun sitzt mein süßer Sorgenbub an der Tür zur Regenbogenwelt und wacht von dort als Schutzengel über seine Geschwister. Für mich sind es immer noch meine sieben Zwerge, nur einer hat die Seite gewechselt.

A Grapscher

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