Weil wir schon am Sonntag vormittags um 11 Uhr mit der Show in Karlovac fertig waren, sind wir abgereist und haben unser geplantes Urlaubsziel in Sisenic einen Tag früher am frühen Nachmittag erreicht. Auch dieser Wohnmobil-Stellplatz war ein Tipp aus einer FB-Gruppe und wir wurden nicht enttäuscht. Der Empfang war mehr als herzlich, es gab Begrüßungskuchen und viel Hilfe beim Erkunden der WoMo-Technik! Kater Tommy klärte direkt nach der Ankunft mit den Shelties, wer der Herr im Hause ist und die Shelties waren einverstanden. Es gab auch mehr als genug Platz für alle.
Rundherum um diesen wundervollen Platz an der Kukla gab es allerdings gar nichts. Weil ich wenig eingekauft hatte, brauchte ich nur einen Wunschzettel schreiben und es wurde mir mitgebracht, als meine lieben Gastgeber zum Einkauf fahren wollten. Dazu bekam ich frische Eier von freilaufenden Hühnern aus der Nachbarschaft. So wurden kroatische Eier zu meiner ersten selbstgekochten Mahlzeit in meinem Wohnmobil. Jeden Morgen begrüßte mich Bozica mit einem grünen Smoothie aus selbst gepflückten Kräutern – und weil Kochen für eine Person ziemlich blöd ist, wurde ich auch für die warme Abendmahlzeit eingeplant. Tatsächlich fühlte ich mich wie adoptiert.

Wir waren die einzigen Gäste auf diesem riesigen Gelände und die Shelties konnten ordentlich rennen und toben. Das hatten sie auch redlich verdient. Zum Glück haben sie sich nicht weiter für das umher huschende Kleinwild interessiert. Dabei waren auch Marder und so lernte ich, daß der Marder das kroatische Nationaltier ist und die ehemalige Währung Kuna tatsächlich übersetzt Marder bedeutet. Man hat also mit Mardern bezahlt! Nachts verunsicherten mich heulende Geräusche aus der Umgebung. Ich redete mir ein, es wären Nachbarshunde, schließlich hatten wir Vollmond. Tatsächlich erfuhr ich dann, daß es sich um Schakale handeln würde. Ab da blieben die Shelties bei Einbruch der Dunkelheit im Wohnmobil.
Am zweiten Tag kam ein Wohnmobil für eine Übernachtung dazu. Es war ein umgebautes Feuerwehrauto mit H-Kennzeichen aus Deutschland. Ich mußte Fotos machen, das war wirklich ein irres Teil.
Am dritten Tag feierte meine Gastgeberin ihren Geburtstag und ich wurde so herzlich eigeladen, daß ich gar nicht widersprechen konnte. Ehrlich gesagt, wollte ich das auch gar nicht. Vor Jahren hatte ich in Porec erlebt, wie Kroaten feiern und so freute ich mich darauf, dabei zu sein. Um 14 Uhr kamen die ersten Gäste und dann wurde geredet und gegessen bis 18 Uhr. Dabei gab es, wie in Deutschland auch, Gäste die ununterbrochen geredet haben, Gäste die ununterbrochen gegessen haben und welche, die beides gleichzeitig konnten. Meine Grundkenntnisse der slawischen Sprachen haben mich dabei ziemlich im Stich gelassen. Ich glaube nicht, daß sich der Bogen der Unterhaltung tatsächlich von den Katholiken in Konstantinopel bis zu Red Bull Leipzig gespannt hat. Weil aber die meisten Gäste auch sehr gut deutsch sprachen, konnte ich mich zwischendurch an den Gesprächen beteiligen.




Fazit: Kroatien hat sich verändert in den wenigen Jahren seit unserem letzten Besuch. Der EU-Beitritt und die Währungsumstellung auf den Euro haben dem Land gut getan. Es ist kein Billigurlaubsland mehr, Kroatien ist in Mitteleuropa angekommen. Geblieben sind die wundervollen Landschaften und die herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Geblieben ist auch die leckere herzhafte Küche. Es war ganz bestimmt nicht unser letzter Besuch in Kroatien und wenn es irgendwie paßt, werden wir auch wieder nach Sisenic fahren und grünen Smoothie und leuchtendrote Sonnenuntergänge genießen.














Nachdem wir von Pula doch enttäuscht waren und die Collies ordentlich gestreßt, wollten wir eigentlich direkt nach Hause. Aber wenigstens für ein Eis und zwei Fotos fuhren wir den kleinen Umweg von 9 km dann doch. Es wurden drei Eis und zehn Fotos! Istrien ist sehr italienisch beeinflußt, (in Rovinj sind fast 12 % der Einwohner Italiener) so daß man fast an jeder Ecke wunderbares Eis bekommt. Und Rovinj möchte wohl zu gerne mit Rimini verwechselt werden! Nicht nur wegen der wundervollen Lage, sondern wegen dem absolut tourismusorientierten Stadtbild. Am Strand entlang wechseln sich Cafés mit Eisdielen und Pizzerien ab.

Bevor man sich auf einen Städtetrip begibt, sollte man etwas Hintergrundanalyse betreiben. Pula war eines dieser unbeschriebenen Blätter für mich, bis auf die Lage an der Südspitze Istriens und ein paar Fotos vom Amphitheater kannte ich nichts. Wesentlich mehr war auch nicht zu finden. Das historisch da mal Römer lustwandelt sind, war schon dank des imposanten Theaters klar. Ansonsten hatte sich Byzanz dort länger breit gemacht und die KuK-Monarchie baute Pula zum Militärhafen aus. Immerhin ist Italienisch zweite Amtssprache im Umland und damit erklären sich die mehrsprachigen Straßenschilder und es ist alles gesagt, was man wissen muß.

Für unseren Kurzurlaub 2018 in Istrien haben wir ein Quartier im Umkreis von Bale gesucht, weil dort ein Wochenende mit Hundeausstellungen anstand. Nur 5 km entfernt in Gola^s (das Dach gehört über das S, aber sag das meiner Tastatur!) fanden wir
Unser Herr Bär (Ch. Liaison Chagall) und seine Tochter Liese (Ch. Liaison Élysée) brauchten beide noch je ein kleines CAC, um den kroatischen Championtitel zu vollenden …. und wir brauchten nach einem feuchten und grauen Winter endlich mal wieder Sonne. Relativ kurzfristig fiel daher unsere Entscheidung, die beiden großen Hallenausstellungen in Luxemburg und in Salzburg am gleichen Wochenende nicht zu melden, sondern nach Kroatien zu fahren. Schließlich soll uns unser Hobby ja Spaß machen.