KW 1/2012 Schichtarbeiter

Der Vorteil an Erinnerungen ist, daß man keine Woche warten muß, bevor die Geschichte weiter geht. Die Tabelle im letzten Beitrag läßt schon ahnen, was in den ersten paar Tagen nach der Geburt passierte. Die Kleinen haben sich sensationell entwickelt. Lucie hatte genug Milch für alle und so ging es mit Trinken und Schlafen auf zu neuen Rekorden. Tatsächlich haben die Welpen ihre Geburtsgewichte rasant verdoppelt.

Sie hatten sehr schnell bemerkt, daß Konkurrenzkampf unnötig Energie verbraucht. Wir waren etwas überrascht vom „Schichtdienst“ an der Milchbar. So ausgeprägt haben wir das danach noch bei keinem Wurf wieder gesehen. Immer drei haben gemeinsam „getankt“ und wenn sie satt und zufrieden von den Zitzen gekullert sind, wurden die nächsten Drei wach und robbten los. Ich habe 2 Lieblingsbilder davon:

Die schönsten Bilder aus der ersten Woche zeigen also schlafende Welpen, bevorzugt im Dreierpack:

Geburts-Tag 01.01.2012

Am 01.01.2012 kam unser B-Wurf pünktlich und problemlos auf die Welt. Das ist jetzt 9 Jahre her und die Erinnerung ist so frisch, als wäre es tatsächlich gerade eben gewesen. So ein Datum ist schon eine Herausforderung, besonders für Jungzüchter mit dem 2. Wurf. Aber Lucie konnte schon immer besonders unpassende Termine für Besonderes aussuchen. Man schnappt sich halt ein-zwei schlaue Bücher und bereitet sich vor. Natürlich war abzusehen, daß um den Jahreswechsel Lucie’s erste Welpen kommen würden.

Es gehört zu den Geburtsvorbereitungen, daß man sich einen Tierarzt sucht für alle (un)möglichen Fälle. Wir waren erst ein Jahr vorher in unser eigenes Haus gezogen und mit 4 gesunden Collies hatten wir noch keinen neuen Tierarzt gebraucht. Also habe ich alle angerufen, die ich in einem vernünftigen Umkreis finden konnte. Unvergessen ist diese Antwort: „Gehen Sie bei Problemen in eine Klinik! Der Vorteil einer eigenen Praxis ist, daß man um 18 Uhr die Tür abschließt und danach wirklich Feierabend hat.“ Tatsächlich habe ich den Radius auf 20 km ausweiten müssen, um endlich zu hören: „Selbstverständlich werde ich Silvester feiern und auch etwas trinken. Wenn Sie meine Hilfe brauchen, müssen Sie mich abholen kommen!“ Lucie hat keine Hilfe gebraucht, aber wir wurden treue Kunden dieser Praxis!

Am 31.12.2011, so gegen Mittag, setzte sich Lucie in die Wurfkiste und begann zu hecheln. Bald entdeckte sie auch, daß man wunderbar alle Decken und Laken zum Scharren nutzen konnte und die Umgestaltung der Kiste kam voran. Zwischendurch döste sie mal ein Stündchen, um dann wieder zu hecheln und zu graben. Als vor Mitternacht die ersten Silvesterraketen durch die Nacht zischten, saß sie aufmerksam in der Kiste und schaute durch’s Fenster den bunten Lichtern beim Runterfallen zu. Es war nicht ihr erstes Silvester und wir wußten, daß sie eine echt coole Maus ist, aber auch in den Wehen war sie wirklich unbeeindruckt. Irgendwie haben wir es geschafft, in dieser besonderen Nacht noch etwas zu schlafen … ich glaube abwechselnd.

Orgelpfeifen

Als Lucie dann am Neujahrstag beschlossen hatte, daß es losgeht, ging es auch wirklich los! Innerhalb einer Viertelstunde lagen die ersten 3 Welpen in der Kiste. Im zweiten Teil ging es dann etwas ruhiger weiter und nach insgesamt nur 2,5 Stunden war die Geburt vorbei. Wir Mädels arbeiteten Hand in Schnauze und Sven war nur für die Statistiken zuständig.

Von links nach rechts: Hündin 1 – Hündin 3 – Rüde 2 – Hündin 4 – Rüde 1 – Hündin 2

Rüde 1 Geburtszeit 16:25, Gewicht 328 g
 Gewicht am 7. Tag 620 g
Rüde 2 Geburtszeit 16:30, Gewicht 358 g
 Gewicht am 7. Tag 618 g
  
Hündin 1Geburtszeit 16:40, Gewicht 334 g
 Gewicht am 7. Tag 574 g
  
Hündin 2Geburtszeit 17:10, Gewicht 226 g
 Gewicht am 7. Tag 470 g
  
Hündin 3Geburtszeit 18:05, Gewicht 322 g
 Gewicht am 7. Tag 620 g
  
Hündin 4Geburtszeit 18:55, Gewicht 320 g
 Gewicht am 7. Tag 640 g

Erinnerungen

Muß ein Blog ein aktuelles Tagebuch sein? Oft überschlagen sich die Ereignisse und sind schon Erinnerungen, bevor man Zeit und Lust zum Schreiben findet. So habe ich 6.000 Fotos auf dem Handy und doppelt soviele auf dem Server … wohin damit, so völlig unsortiert? Mit dem Sichten und (Aus)Sortieren kommen die Erinnerungen zurück und sind so lebendig wie ‚damals‘.

Für 2021 habe ich deshalb gute Vorsätze und will meine „Memoiren“ schreiben, einfach, weil ich gerne schreibe und weil es tatsächlich ein paar Menschen gibt, die mein Geschreibsel gerne lesen! Für den Anfang gibt es ein großes Projekt: Am 01.01. feiert unser B-Wurf seinen 9. Geburtstag! 2012 gab es diesen Blog noch gar nicht, aber die Fotos sind alle noch da. Dann muß ich dringend unser Rudel (unter About) und seine Ahnen vervollständigen und die Reiseberichte von Shows in vielen tollen Ländern warten. Schwer wird es werden, über Feja, Purzel und Jette zu schreiben. Das schiebe ich wohl noch etwas beiseite, sonst fällt es zu schwer, die guten Vorsätze auch durchzuhalten.

Gute Vorsätze soll man ja mitteilen, damit der Druck von außen etwas größer wird, sie auch umzusetzen. Nun denn …. auf geht’s!

Brüderlich geteilt

DuoHeute laden wir Euch zum Essen ein! Es gibt Kalbsbrustbein, zumindest steht es so auf der Verpackung. Manches sieht dann doch mehr nach Gelenk aus, aber das ist dem Kauspaß von Welpenzähnchen noch ziemlich egal.

Zuerst wird allerdings der Knochen ordentlich paniert. Das erledigen die Jungs sehr fachmännisch auf der Wiese. Erst mit Erde und Gras schmeckt so ein Knochen, als wäre er frisch ausgebuddelt, so wie sich das für einen Hundeknochen schließlich gehört.

Auch wenn natürlich jeder seinen eigenen Kauknochen hat, es könnte immerhin sein, daß der vom Bruder viel besser schmeckt. Ganz bestimmt ist das so, wenn der Bruder nicht tauschen will! Brüderlich teilen ist jedenfalls eine sehr menschliche Erwartung. Richtigen Zoff hatten die Jungs nicht, sie hatten vorher gut gespeist. Fraternité und Égalité sind schließlich Ehrensache, wenn man ein Liaison-Collie werden will.

 

 

„G“ wie Gang

Drei 1Eine riesig lange Liste mit G-Namen, und keiner ist schön genug, keiner paßt wirklich überzeugend. Von Goethe bis Gavroche über Gary Glitter und Grimaldi, die Liste ist wirklich lang! Lange waren die Helden meiner Jugend die Favoriten. Daß die Jungs am Ende Gogol, Gorki und Gagarin heißen könnten, das haben ihre künftigen Familien verhindert. Jetzt sind sie 6 Wochen alt und haben endlich Namen!

Galdur13Darf ich vorstellen: Liaison Galdur, Rufname Galdr. Das ist isländisch und wird mit ganz kurzem ü gesprochen. Laut großer Suchmaschine bedeutet es Zauberer. Bei der Gelegenheit habe ich auch eine ukrainische Band gleichen Namens gefunden, die man sich zumindest mal anhören kann.

 

 

Gigolo2Das ist Liaison Gigolo, Rufname JD. Ich wünsche ihm von Herzen, daß er vielen hübschen Mädchen den Kopf verdrehen wird und vielleicht auch ein paar Richterinnen, wer weiß das heute schon?!

Vielleicht hat JD ein paar Gene von Uropa CJ und wird ihm nicht nur vom Namen her ähnlich!

 

 

Gaston2Dieser kleine Mann wird Liaison Gaston heißen, einfach nur, weil es gut klingt. Daraus wird sicherlich ganz schnell der Rufname Toni und der paßt aktuell auch richtig gut zu ihm. Er hört schon drauf, besonders wenn ich mit Hackbällchen winke.

 

 

 

Halbzeit

G NapfJetzt beginnt die Zeit zu rasen! Plötzlich sind es kleine Hunde und eigentlich sind sie schon ziemlich groß. Der Napf ist jedenfalls nicht mit gewachsen und Mama Liese stillt im Stehen. Die Zwerge müssen keine Klimmzüge zur Milchbar machen, wie neulich doch noch – sie sitzen gemütlich unter Mama und lassen die Milch in ihre Mäulchen sprudeln.

Anschließend putzt Mama ihnen die feuchten Gesichter, die danach noch feuchter sind. Ich denke unwillkürlich an meine Oma und die spuckfeuchten Taschentücher in meinem Gesicht. Die Jungs gucken so ähnlich dabei und haben mein volles Mitgefühl.

Nach der Körperpflege ist Spielen angesagt. Jetzt sind sie schon richtig lange wach und vor allem schon richtig schnell … jedenfalls zu schnell für meine Kamera. Ich erwische nur Welpenknäuel und unscharf sind die Fotos dann auch.

Die hochsommerlich schwüle Hitze macht auch fröhliche Welpen noch recht schnell müde. Die Jungs schalten einen Gang runter, oder sogar zwei und so kriege ich doch noch meine Herzensbrecher-Bilder und reiche meinen Zuckerschock hiermit an Euch alle weiter.

Verlieben darf man sich immer noch in meine Jungs, Haben-wollen ist vorbei. Vorläufig sind alle drei versprochen, einer davon an MICH ❤

 

 

Wochenend‘ und Sonnenschein ….

Trico Profile…. mehr braucht man nicht, um glücklich zu sein – zumindest wenn man Welpe ist und endlich zum ersten Mal nach draußen darf.

Der Plan war simpel: Wir stellen ein Körbchen auf die Wiese, dekorieren es nett und machen tolle Fotos. Bisher saßen unsere Welpen beim ersten Ausflug im stummen Staunen da, wo man sie absetzte und ließen die vielen neuen Eindrücke erstmal wirken. Die G’s haben uns überrascht! Nicht eine einzige Minute hielt es sie ruhig im Körbchen, direkt auf dem kürzesten Weg stürzten sie sich in das neue Abenteuer. Laut quietschend erkundeten sie den kleinen Welpenauslauf und begrüßten den Hobbit und ihre Oma Lucie. Oma war von dem Lärm nicht so begeistert, aber der kleine Sheltie war vor Begeisterung kaum zu halten. Endlich ist mal jemand kleiner als er!

 

 

 

Die beiden Trico-Brüder mußten natürlich noch für einen direkten Vergleich in die Kamera gucken:

….. und hier sehen wir vielleicht den Beginn einer echten Männerfreundschaft:

 

Die 4. Woche

Welpen BlogTraurige Tage liegen hinter uns. Am Ende haben uns 3 Tierärzte einhellig bestätigt, was Liese schon vom ersten Tag an wußte. Unsere Mühe war aussichtslos und Purzel wacht nun von der anderen Seite über seine Brüder. Irgendwann werde ich darüber schreiben können, im Moment treibt mir der bloße Gedanke heiße Tränen in die Augen.

 

QuarkmilchDie drei Jungs sind fit und gesund. Sie haben die ersten Fütterungen erfolgreich in der ganzen Wurfkiste verteilt. Inzwischen können sie aber schon sehr manierlich aus einem gemeinsamen Schüsselchen futtern.

Jetzt freuen sich auf die ersten Ausflüge in der 5. Woche.

Schlaraffenland

 

G3 G2 G4Die dritte Woche liegt hinter uns und hat sich ganz nach Lehrbuch als Übergangswoche gezeigt. Gleich zu Beginn bekommen die Welpen ihre erste Wurmkur. Warum das KUR heißt, konnte ich den Zwergen nicht vermitteln. Sie haben sich ganz ordentlich gesträubt und geschüttelt. Eigentlich ist das ziemlich schade: Das erste, was ihnen Menschen ins Mäulchen stopfen, ist so ein ekliges Zeug. Zum Ende der dritten Woche haben sie mir bestimmt verziehen, denn da gab es den ersten Tatar. Zwischen diesen beiden oralen Großereignissen plätscherte die dritte Woche so vor sich hin … und die Welpen plätscherten auch endlich ohne fremde Hilfe ganze Sturzbäche in die weißen Vetbettchen.

An dieser Stelle muß ich einfach mal die liebe Liese loben. Sie hat nicht nur Sahne in der Milch, sondern auch unendliche Mengen davon. Die Welpen docken an, stellen ein Vakuum her und schlucken ab dann nur noch – ohne Milchtritt und Theater. Nach 5 Minuten fallen sie satt zur Seite und schlafen. So ähnlich stelle ich mir das Schlaraffenland vor, wo Milch und Honig fließen! Die Jungs haben wieder jeder 500g zugenommen, die Trico’s etwas mehr, und es gab keinen Grund zum Zufüttern! Aber wer will schon ewig nur Milch? Den Tatar haben die Herren gnädig zur Kenntnis genommen. Hunger und Gier sehen anders aus, aber wenigstens haben sie mal genascht. Liese hat die ‚Reste‘ mit deutlich mehr Freude verschlungen.

Etwa in der Mitte dieser Übergangswoche merkt man, daß die Welpen auf Licht und Geräusche reagieren. Sie werden schnell wach und machen sich auf den Weg zur Milchbar. Dabei starten sie erste Versuche, ihre Beinchen zu nutzen und rutschen nicht nur auf dem Bauch. …. und eines Morgens sind aus den hilflosen Meerschweinchen richtige kleine Hunde geworden! Spätestens jetzt werden wir Liese entlasten, denn soviel Action kostet Kraft und damit Nahrung. Die Jungs nehmen seit gestern ihre Portion Quarkmilch gerne, bevor sie bei Mama Nachtrinken gehen. Fotos aus der Zeit davor habe ich weg getan. Es gibt nichts schöneres, als spielende Welpen. Auch wenn es nur wenige Minuten nach den Mahlzeiten sind, dieses Welpenkino ist herrlich. Also – Vorhang auf:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

Schau mir ….

…. in die Augen, Kleiner!

Die zweite Woche ist die nahtlose Fortsetzung der ersten. Alle Routinen sitzen, die Zwerge nehmen brav zu und wir Menschen wechseln die Decken! Dabei steigt die Spannung, wann sich die Augen öffnen und vor allem, welche Augenfarbe die beiden BlueMerles haben werden. Möglich sind ja nicht nur dunkelbraun, sondern auch ein oder zwei blaue Augen. Bei den Liaison-Collies gibt es noch eine weitere Variante: Ab dem A-Wurf haben die Blue-Merle alle einen kleinen blauen Sprenkel in einem der beiden schönen dunklen Augen. Keine Regel ohne Ausnahme, also sind wir neugierig und ein bißchen ungeduldig.

Pünktlich zum Ende der zweiten Woche haben die Jungs das erste Licht in ihr Leben gelassen. In winzigen Pünktchen blitzte das reflektierte Licht zwischen den Augenlidern. Einen Tag später waren die Augen dann tatsächlich geöffnet. Jetzt können die Welpen schon Hell und Dunkel unterscheiden. Allerdings sind die Pupillen noch so groß, daß die Farbe der Iris weiter ihr Geheimnis bleibt. Manchmal gelingt es, auf Nahaufnahmen mehr zu erkennen, als am Original. Dieses Mal wohl nicht, aber ich lade Euch ein, mit zu raten …. deshalb gibt es heute die ersten Augenblicke aus einer insgesamt unspektakulären Fotosession.

Für die Statistiker noch kurz: Alle Vier haben die Marke von 1.000g erreicht und damit ihr Geburtsgewicht bereits verdreifacht.

Freuen wir uns auf die nächste Woche, wenn sie laufen lernen und spielen!