Muß ein Blog ein aktuelles Tagebuch sein? Oft überschlagen sich die Ereignisse und sind schon Erinnerungen, bevor man Zeit und Lust zum Schreiben findet. So habe ich 6.000 Fotos auf dem Handy und doppelt soviele auf dem Server … wohin damit, so völlig unsortiert? Mit dem Sichten und (Aus)Sortieren kommen die Erinnerungen zurück und sind so lebendig wie ‚damals‘.
Für 2021 habe ich deshalb gute Vorsätze und will meine „Memoiren“ schreiben, einfach, weil ich gerne schreibe und weil es tatsächlich ein paar Menschen gibt, die mein Geschreibsel gerne lesen! Für den Anfang gibt es ein großes Projekt: Am 01.01. feiert unser B-Wurf seinen 9. Geburtstag! 2012 gab es diesen Blog noch gar nicht, aber die Fotos sind alle noch da. Dann muß ich dringend unser Rudel (unter About) und seine Ahnen vervollständigen und die Reiseberichte von Shows in vielen tollen Ländern warten. Schwer wird es werden, über Feja, Purzel und Jette zu schreiben. Das schiebe ich wohl noch etwas beiseite, sonst fällt es zu schwer, die guten Vorsätze auch durchzuhalten.
Gute Vorsätze soll man ja mitteilen, damit der Druck von außen etwas größer wird, sie auch umzusetzen. Nun denn …. auf geht’s!
Heute laden wir Euch zum Essen ein! Es gibt Kalbsbrustbein, zumindest steht es so auf der Verpackung. Manches sieht dann doch mehr nach Gelenk aus, aber das ist dem Kauspaß von Welpenzähnchen noch ziemlich egal.
Eine riesig lange Liste mit G-Namen, und keiner ist schön genug, keiner paßt wirklich überzeugend. Von Goethe bis Gavroche über Gary Glitter und Grimaldi, die Liste ist wirklich lang! Lange waren die Helden meiner Jugend die Favoriten. Daß die Jungs am Ende Gogol, Gorki und Gagarin heißen könnten, das haben ihre künftigen Familien verhindert. Jetzt sind sie 6 Wochen alt und haben endlich Namen!
Darf ich vorstellen: Liaison Galdur, Rufname Galdr. Das ist isländisch und wird mit ganz kurzem ü gesprochen. Laut großer Suchmaschine bedeutet es Zauberer. Bei der Gelegenheit habe ich auch eine ukrainische Band gleichen Namens gefunden, die man sich zumindest mal anhören kann.
Das ist Liaison Gigolo, Rufname JD. Ich wünsche ihm von Herzen, daß er vielen hübschen Mädchen den Kopf verdrehen wird und vielleicht auch ein paar Richterinnen, wer weiß das heute schon?!
Dieser kleine Mann wird Liaison Gaston heißen, einfach nur, weil es gut klingt. Daraus wird sicherlich ganz schnell der Rufname Toni und der paßt aktuell auch richtig gut zu ihm. Er hört schon drauf, besonders wenn ich mit Hackbällchen winke.
Jetzt beginnt die Zeit zu rasen! Plötzlich sind es kleine Hunde und eigentlich sind sie schon ziemlich groß. Der Napf ist jedenfalls nicht mit gewachsen und Mama Liese stillt im Stehen. Die Zwerge müssen keine Klimmzüge zur Milchbar machen, wie neulich doch noch – sie sitzen gemütlich unter Mama und lassen die Milch in ihre Mäulchen sprudeln.
…. mehr braucht man nicht, um glücklich zu sein – zumindest wenn man Welpe ist und endlich zum ersten Mal nach draußen darf.
Traurige Tage liegen hinter uns. Am Ende haben uns 3 Tierärzte einhellig bestätigt, was Liese schon vom ersten Tag an wußte. Unsere Mühe war aussichtslos und Purzel wacht nun von der anderen Seite über seine Brüder. Irgendwann werde ich darüber schreiben können, im Moment treibt mir der bloße Gedanke heiße Tränen in die Augen.
Die drei Jungs sind fit und gesund. Sie haben die ersten Fütterungen erfolgreich in der ganzen Wurfkiste verteilt. Inzwischen können sie aber schon sehr manierlich aus einem gemeinsamen Schüsselchen futtern.
Die dritte Woche liegt hinter uns und hat sich ganz nach Lehrbuch als Übergangswoche gezeigt. Gleich zu Beginn bekommen die Welpen ihre erste Wurmkur. Warum das KUR heißt, konnte ich den Zwergen nicht vermitteln. Sie haben sich ganz ordentlich gesträubt und geschüttelt. Eigentlich ist das ziemlich schade: Das erste, was ihnen Menschen ins Mäulchen stopfen, ist so ein ekliges Zeug. Zum Ende der dritten Woche haben sie mir bestimmt verziehen, denn da gab es den ersten Tatar. Zwischen diesen beiden oralen Großereignissen plätscherte die dritte Woche so vor sich hin … und die Welpen plätscherten auch endlich ohne fremde Hilfe ganze Sturzbäche in die weißen Vetbettchen.
Die erste Woche ist wie im Flug vergangen! Mama Liese, die vier Jungs und wir haben uns schnell von der aufregenden Geburt erholt und zu neuen Routinen gefunden. Die vier Jungs haben sich mit Trinken und Schlafen beschäftigt, Liese mit Stillen und Fressen. Für uns blieb nur Putzen übrig: regelmäßig die Decken wechseln und natürlich die Gewichtszunahmen kontrollieren.
Bilder aus der ersten Woche zeigen dann alle mehr oder weniger das gleiche: vier fleißige Welpen an der Milchbar, oder eben vier schlafende Welpen. Damit ich trotzdem etwas zeigen kann, hat der Elefant wieder einen Job beim Fotoshooting übernommen und es gibt Einzelbilder. Dabei muß ich gleich gestehen, daß sie noch keine Namen haben und mit G1 bis G4 in der Reihenfolge ihrer Geburt genannt werden.


