Kroatien 2023 (2) Karlovac

Dobro jutro Hrvatska!

Die Anfahrt hat einen eigenen Beitrag verdient und der kommt später. Von der Stadt haben wir leider wieder nichts gesehen. Im Süden werden die Shows wirklich sehr, sehr verkehrsgünstig gelegt, was ich bei der Anreise auch wirklich zu schätzen weiß.

Jetzt sind wir da und schauen der Morgensonne und den anderen Ausstellern beim Ankommen zu. Es ist herrlich, nur 10 Meter vom Ring entfernt zu parken und gemütlich Kaffee zu trinken, während andere mit Zelt und Bollerwagen und nervösen Hunden auf den Platz strömen und aufbauen! Ich habe die Camper schon immer beneidet und genieße das jetzt – ohne Schadenfreude, aber vielleicht mit ein bisschen Mitleid. Lange genug habe ich es ja nicht anders gemacht und hatte schon den höchsten Genius-Status bei der großen Hotelsuchmaschine.

Für die perfekt organisierte Show haben die Kroaten wieder die großen Ringzelte aufgebaut. Die findet man auf jeder Show in Kroatien, Slowenien und Ungarn (dort sind die Aussteller im Zelt und die Ringe außen herum). Das Showgelände lag mitten in einem großen Park und die riesige Rasenfläche war englisch kurz. Leider war der frische Schnitt liegen geblieben und ich hatte fast sofort das Wohnmobil voll mit kleinen grünen Schnippselchen. Warum das bei deutschen Ausstellungen nicht so gut klappt, ist ein ewiges Rätsel. In Südeuropa sind die großen Zelte und der akkurat gepflegte Platz schon seit Jahren Standard. Sehr angenehm fand ich auch, daß nach jeder Rasse alle Bewertungen sofort in einem kleinen Körbchen am Ringeingang abgelegt wurden. So konnte man wirklich zügig den Platz verlassen. Ich hoffe, daß ganz viele deutsche Sonderleiter diesen Bericht lesen und sich ein Beispiel nehmen.

Zu meiner allergrößten Freude am ersten Tag gehörte das Wiedersehen mit einer lieben italienischen Sheltiezüchterin … und sie hatte einen besonderen Rüden mitgebracht: Zanza’s Golden Hope Edoardo. Er ist ein unglaublich schöner Sohn von unserem Hobbit und ich fand ihn im Original genauso toll, wie auf den Fotos, die ich regelmäßig bekomme.

Ich hätte ihm das CACIB (=bester Rüde der Rasse) von Herzen gegönnt. Thorin hat das genauso gesehen und ihm den Sieg in der Offenen Klasse großzügig überlassen – oder hatte er doch nur mal wieder keine Lust sich ordentlich zu präsentieren? Der blonde Junge ist immer wieder ein echtes Überraschungspaket.

Der Hobbit hat sich dagegen perfekt gezeigt, wie gewohnt. So hat er völlig verdient die Championklasse mit V1 CAC absolviert und dann im direkten Vergleich mit seinem Sohn auch das CACIB erhalten. Dabei hat sich die nette irische Richterin erst im zweiten Blick entschieden, die beiden Rüden haben auch wirklich eine sehr große Ähnlichkeit und Qualität. Ich war total stolz auf Beide! Mit diesem CACIB hat der Hobbit seine vierte und damit die letzte notwendige Anwartschaft für den Internationalen Championtitel erhalten.

Am zweiten Tag war Edoardo leider nicht noch einmal aus Italien angereist. Dafür war Thorin besser gelaunt und hat die zweite Richterin an diesem Wochenende sehr beeindruckt. Er hat eine tolle Bewertung und V1 CAC erhalten, seine erste Anwartschaft auf den kroatischen Championtitel. Auch der Hobbit hat sich wieder souverän präsentiert und mit dem V1 CAC schon seine dritte Anwartschaft auf den kroatischen Titel erhalten. Dann mußte ich mit beiden Rüden gleichzeitig in den Ring. Ich kannte ja leider niemanden dort, der mit einem meiner Jungs um das CACIB hätte laufen können. Die Richterin hat es mit viel Humor genommen und das CACIB an den Hobbit vergeben und Thorin hat das CACIBres. erhalten.

Das BOB (Best of Breed) ging an beiden Tagen an eine zierliche hübsche Französin, die im Wettstreit dem Hobbit völlig den Kopf verdreht hatte. Mein Französisch hat für eine nette Unterhaltung mit dem Besitzer ausgereicht und ich konnte erfahren, daß das hübsche Fräulein seit ein paar Tagen heiß war. Zur „Strafe“ mußte sie an beiden Tagen in den Ehrenring, wo am Ende der Show die besten aller Rassen aufeinander treffen und wir hatten den restlichen Tag frei. Collies und Shelties haben im Ehrenring eigentlich fast nie eine Chance. Nur für die Ehre dort einzulaufen, ist brotlose Kunst.

Es hätte ein außergewöhnliches Wochenende werden können, wenn nicht der Preis für den Stellplatz mit 40€ pro Tag ärgerlich hoch gewesen wäre.

Außer einem netten Parkplatz und Stromanschluss gab es dafür nichts. Irgendwo soll ein Wasserhahn gewesen sein, die Wasser-Entsorgung war nicht möglich und für alle gab es ein paar Dixies.

Statt dem gewohnten Streetfood-Feeling stand am Rand vom Platz ein einsamer Cateringwagen, der Kaffee und kalte Getränke, sowie Burger und HotDogs verkaufte. Etwas weiter war noch ein Wagen mit Süßigkeiten in allen Farben und Formen. Zumindest der Caterer hat wohl den Umsatz seines Lebens gemacht und in Rekordzeit Fleischklopse und Würstchen gebraten.

Meinen beiden Shelties-Jungs war das aber alles ziemlich egal. Sie entwickeln sich zu echten Camperboys und hatten ganz offensichtlich Spaß an unserem Ausflug.

SIG Koblenz 13.08.22

Die Shetland Sheepdog Interessengemeinschaft e.V. (oder ganz entspannt SIG) richtet beim Boxerclub in Koblenz eine kleine Clubshow aus, die wir nun schon zum zweiten Mal besucht haben. In diesem Jahr waren 21 Shelties gemeldet und vermutlich waren auch etwa soviele Menschen auf dem Platz. Wenige Aussteller hatten 2 Hunde gemeldet und noch weniger waren mit 2 Menschen angereist. Dazu kommt Ringpersonal und Catering, also gut, vielleicht waren wir 30 Menschen.

Die Anreise ist erwähnenswert, denn man sollte schon wissen, daß man vom Navi auf die parallele Hauptstraße geschickt wird, um anschließend den ganzen Weg auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg zurück zu fahren. Parkplätze waren für die wenigen Teilnehmer ausreichend. Um Schattenplätze muß man nicht bangen, es gibt keine.

Auf dem sonnigen Hundeplatz fanden die meisten Aussteller Platz im Schatten eines Wirtschaftsgebäudes und da sich alle Vereinsmitglieder kannten, rückte man dort auch gut zusammen. Einige Bäume am Rand machen Hoffnung auf mehr Schatten in den nächsten Jahren. Der Platz selber hatte kaum noch ein grünes Kräutlein. Leider standen gerade im Ring vertrocknete Gräser in Sheltie-Bauchhöhe. Dem Hobbit war das egal, der Thorin lief (un)lustigen Slalom. Dieser kleine Mann entwickelt sich zu einer echten Herausforderung, irgendwas stört den Prinzen eigentlich immer.

Die Verpflegung wurde vom Boxerclub sichergestellt und war wirklich lecker. Es gab Kaffee, Kuchen und zum Mittag wurde gegrillt. Alle waren super freundlich und am Schluß gab es auch noch einen Kaffee gratis. Hier einfach mal ein herzliches Danke an die Koblenzer für einen gelungenen Tag.

Die holländische Richterin kannten wir noch gar nicht. Sie überraschte vor allem die Hunde mit einem ungewöhnlichen Redeschwall in ihrer Muttersprache. Entsprechend lang waren dann auch ihre Bewertungen, die aber zum Glück auf deutsch. Dabei wurde dem freundlichen und sanften Hobbit bescheinigt, er wäre eigensinnig und stur. DAS habe ich noch nie festgestellt und auch kein anderer Richter hat das je bemerkt. Tatsächlich hat er getan, was er sollte, nämlich sich sehr auf mich konzentriert und sich ganz toll präsentiert.

Nun, die 21 Shelties waren schnell gerichtet. Im Interesse der Hunde hat man die Mittagspause auf die Zeit nach dem Richten verschoben. Alle Shelties waren also im Schatten, als es richtig warm wurde und Richterin und Ringpersonal etwas essen durften. Dann noch ein kurzes Warten auf die Berichte und schon waren wir wieder auf dem Heimweg.

Zusammengefaßt ist das eine kleine nette Show von einem kleinen netten Verein, die man sich durchaus einmal im Jahr gönnen kann.

Lobenswert zu erwähnen ist auch, daß die Ergebnisse sehr schnell auf der Seite der SIG veröffentlicht werden. Ein paar Tage später findet man dort auch ein Foto von jedem ausgestellten Sheltie. Ich hoffe, daß ich dieses Foto von Thorin hier zeigen darf (ansonsten bitte Bescheid geben). Der Hobbit ist leider etwas unvorteilhaft getroffen, aber dieses Bild hier finde ich wirklich toll!

Entschleunigen in der Prignitz – Königsbusch Putlitz 2021

Wenn es ein Ende der Welt in Deutschland gibt, dann hat es sich in der Prignitz versteckt. Kaum eine Gegend ist so unbekannt und doch so herrlich wie die Prignitz. Diese Oase der Ruhe im äußersten Norden von Brandenburg ist tatsächlich noch ein Geheimtip. Am Ende der A39 bei Wolfsburg grüßt am letzten Rastplatz noch ein Förderturm.

Sobald man aber die Elbe überquert hat, dreht sich die Uhr um hundert Jahre zurück. Der Unterschied vom Hannoverschen im Landkreis Gifhorn zur Altmark im Landkreis Salzwedel ist mehr als auffällig. Über wunderschöne alte Alleen, durch malerische Dörfer und große dichte Kiefernwälder fährt man über mehr als 150 km entspannt in Richtung Perleberg. Irgendwo an der B190 weist ein Schild auf die Romantik-Straße hin. Ich hätte es aber auch so gemerkt, daß ich hier auf einer außergewöhnlichen Route war. Als die Straßen immer holpriger wurden, kam das Ziel immer näher. Den letzten Kilometer kommentierte mein Navi sehr treffend: „Das Ziel befindet sich auf einer nur beschränkt befahrbaren Strecke“. Stimmt … und schon diese Straße trennt den liefergelegten Juppi vom Naturfreund.

Das Ziel unserer langen Reise war der Königsbusch in Putlitz. Dahinter verbirgt sich der Reiterhof meiner Freundin Dörte. Auf dem Hof leben tatsächlich viele Pferde und es gibt auch einen Reitplatz. Dort wohnen auch die beiden Hofhunde Bolle (12 jähriger Mudi) und Frau Calli (9 jährige Kuvacz-Mix-Hündin). Drumherum gibt es Füchse und Hasen, Marder und Igel, Kraniche und Störche. Die drei Rehe in der Umgebung heißen Kevin, Chantal und Germaine. Sie tragen diese tollen Namen, weil sie immer am Straßenrand stehen bleiben wenn ein Auto kommt, bis es da ist – dann laufen sie los. Und dann gibt es da noch einen einsamen Wolf und solange er die Pferde in Ruhe läßt, darf er da auch gerne sein. Mit den großen Weideflächen und den vielen uralten Bäumen ist der Königsbusch ein kleines Paradies. Allerdings machen die vielen Vögel einen unglaublichen Lärm 😉

Manchmal vermietet Dörte das urige Gästezimmer neben der Sattelkammer (mit Hochbett, Küche und Bad) oder die ausgebauten Bauwagen auf dem Gelände. Gäste mit Hund(en) und Pferd(en) sind willkommen, die auf städtischen Schnickschnack verzichten wollen und das auch können. Es gibt selbstverständlich Strom und fließendes Warmwasser. Das Wasser ist so eisenhaltig, daß es fast wie Blut schmeckt. Die Mücken kannten leider den Unterschied. Einen Fernseher gibt es nicht. Das war etwas schade wegen der Fußball-EM – aber wirklich vermißt habe ich ihn nicht.

Mit Colliemädchen Roxy und Sheltierüde Hobbit habe ich im Königsbusch die Seele baumeln lassen. Am Anreisetag hatte ich noch vorsorglich eine Leine an den Hunden. Danach sind sie frei und fröhlich umher gestreift, haben Menschen und Pferde freundlich begrüßt und waren jederzeit auf Zuruf bei mir, wenn ich sie im hohen Gras aus den Augen verloren hatte.

Entschleunigen in der Prignitz … liebe Dörte, bis zum nächsten Besuch werden nicht wieder Jahre vergehen!

Warum ein Sheltie?

Collies sind (fast) perfekt! Wirklich! Es sind die Katzen unter den Hunden: Klug, selbstständig, anschmiegsam und pflegeleicht. Sie wollen einfach nur dabei sein, egal was man gerade tut. Ok, sie lernen es, daß man lieber alleine ins Bad geht und sie schlafen eigentlich auch lieber VOR dem Bett. Das war es dann aber schon, denn sie sind am liebsten dort, wo ihr Mensch ist und teilen gerne jedes Hobby mit ihm. Genau deshalb liebe ich Collies und es ist wundervoll, abends vor dem Fernseher einen kleinen Colliewelpen auf dem Schoß zu haben. Im Gegensatz zu einer schnurrenden Katze bleibt der Collie ganz brav dort, solange ICH das schön finde.

Schön ist das leider nicht mehr, wenn aus dem süßen Fellknäuel ein erwachsener Rüde von 61 cm Schulterhöhe und einem Kampfgewicht um die 30 kg geworden ist.

Wenn man also nicht ständig Welpen im Haus hat, vermißt man in der Zeit dazwischen dieses friedliche Atmen eines eingekuschelten Hündchens. Vielleicht haben deshalb Colliezüchter häufiger noch eine Kleinrasse im Haus, wie Pomerian, Papillon, Corgie oder …. Shelties?

Vom ersten Gedanken bis zur Verwirklichung war es ein langer Weg. Rein optisch scheint es naheliegend, aber Shelties sind etwas völlig anderes, als kleine Collies! Eine wirklich andere Rasse, mit anderem Ursprung und anderem Charakter, nur zufällig sehen sie den Collies so ähnlich. Aber auch Shelties gibt es in der englischen und der amerikanischen Variante. Wir haben uns auf Ausstellungen immer öfter am Sheltie-Ring aufgehalten und ich bin (anonym und ohne Collie an der Leine) auf Leute zugegangen und habe sie nach ihren Hunden ausgefragt. Tatsächlich vereint das die Hundemenschen, sie reden furchtbar gerne über ihre Rasse. Wir haben zugehört und auch viel gelesen und dann war die Entscheidung für den englischen Typ gefallen … und ein Darksable sollte es sein, weil er sich damit optisch nicht nur durch seine Größe, sondern auch farblich deutlich vom Collierudel in tricolor und blue-merle unterscheiden sollte. Außerdem liebe ich Füchse, also optisch … Füchse sind so ziemlich das niedlichste nach Koala-Bären, was ich kenne und die Chance, jeden Abend ein Füchslein auf dem Schoß zu haben …

Die Suche nach dem Füchslein dauerte noch einmal länger als ein Jahr, denn jetzt ging es um einen seriösen Züchter und um vielversprechende Eltern.

Optimal für uns sollte es ein Rüde sein, mit dem wir unserem großen Hobby als Aussteller nachgehen konnten. Als wir Lovesome Xeon kennen lernten, hatten wir unseren Traum gefunden! Er war natürlich unverkäuflich, aber ab da schauten wir verstärkt nach seinen Kindern und anderen Verwandten.

Der Rest ist Geschichte – und die erzähle ich auf seiner Seite ….