
Am 01.01.2012 kam unser B-Wurf pünktlich und problemlos auf die Welt. Das ist jetzt 9 Jahre her und die Erinnerung ist so frisch, als wäre es tatsächlich gerade eben gewesen. So ein Datum ist schon eine Herausforderung, besonders für Jungzüchter mit dem 2. Wurf. Aber Lucie konnte schon immer besonders unpassende Termine für Besonderes aussuchen. Man schnappt sich halt ein-zwei schlaue Bücher und bereitet sich vor. Natürlich war abzusehen, daß um den Jahreswechsel Lucie’s erste Welpen kommen würden.
Es gehört zu den Geburtsvorbereitungen, daß man sich einen Tierarzt sucht für alle (un)möglichen Fälle. Wir waren erst ein Jahr vorher in unser eigenes Haus gezogen und mit 4 gesunden Collies hatten wir noch keinen neuen Tierarzt gebraucht. Also habe ich alle angerufen, die ich in einem vernünftigen Umkreis finden konnte. Unvergessen ist diese Antwort: „Gehen Sie bei Problemen in eine Klinik! Der Vorteil einer eigenen Praxis ist, daß man um 18 Uhr die Tür abschließt und danach wirklich Feierabend hat.“ Tatsächlich habe ich den Radius auf 20 km ausweiten müssen, um endlich zu hören: „Selbstverständlich werde ich Silvester feiern und auch etwas trinken. Wenn Sie meine Hilfe brauchen, müssen Sie mich abholen kommen!“ Lucie hat keine Hilfe gebraucht, aber wir wurden treue Kunden dieser Praxis!
Am 31.12.2011, so gegen Mittag, setzte sich Lucie in die Wurfkiste und begann zu hecheln. Bald entdeckte sie auch, daß man wunderbar alle Decken und Laken zum Scharren nutzen konnte und die Umgestaltung der Kiste kam voran. Zwischendurch döste sie mal ein Stündchen, um dann wieder zu hecheln und zu graben. Als vor Mitternacht die ersten Silvesterraketen durch die Nacht zischten, saß sie aufmerksam in der Kiste und schaute durch’s Fenster den bunten Lichtern beim Runterfallen zu. Es war nicht ihr erstes Silvester und wir wußten, daß sie eine echt coole Maus ist, aber auch in den Wehen war sie wirklich unbeeindruckt. Irgendwie haben wir es geschafft, in dieser besonderen Nacht noch etwas zu schlafen … ich glaube abwechselnd.

Als Lucie dann am Neujahrstag beschlossen hatte, daß es losgeht, ging es auch wirklich los! Innerhalb einer Viertelstunde lagen die ersten 3 Welpen in der Kiste. Im zweiten Teil ging es dann etwas ruhiger weiter und nach insgesamt nur 2,5 Stunden war die Geburt vorbei. Wir Mädels arbeiteten Hand in Schnauze und Sven war nur für die Statistiken zuständig.
Von links nach rechts: Hündin 1 – Hündin 3 – Rüde 2 – Hündin 4 – Rüde 1 – Hündin 2
| Rüde 1 | Geburtszeit 16:25, Gewicht 328 g |
| Gewicht am 7. Tag 620 g | |
| Rüde 2 | Geburtszeit 16:30, Gewicht 358 g |
| Gewicht am 7. Tag 618 g | |
| Hündin 1 | Geburtszeit 16:40, Gewicht 334 g |
| Gewicht am 7. Tag 574 g | |
| Hündin 2 | Geburtszeit 17:10, Gewicht 226 g |
| Gewicht am 7. Tag 470 g | |
| Hündin 3 | Geburtszeit 18:05, Gewicht 322 g |
| Gewicht am 7. Tag 620 g | |
| Hündin 4 | Geburtszeit 18:55, Gewicht 320 g |
| Gewicht am 7. Tag 640 g |






Heute laden wir Euch zum Essen ein! Es gibt Kalbsbrustbein, zumindest steht es so auf der Verpackung. Manches sieht dann doch mehr nach Gelenk aus, aber das ist dem Kauspaß von Welpenzähnchen noch ziemlich egal.
Eine riesig lange Liste mit G-Namen, und keiner ist schön genug, keiner paßt wirklich überzeugend. Von Goethe bis Gavroche über Gary Glitter und Grimaldi, die Liste ist wirklich lang! Lange waren die Helden meiner Jugend die Favoriten. Daß die Jungs am Ende Gogol, Gorki und Gagarin heißen könnten, das haben ihre künftigen Familien verhindert. Jetzt sind sie 6 Wochen alt und haben endlich Namen!
Darf ich vorstellen: Liaison Galdur, Rufname Galdr. Das ist isländisch und wird mit ganz kurzem ü gesprochen. Laut großer Suchmaschine bedeutet es Zauberer. Bei der Gelegenheit habe ich auch eine ukrainische Band gleichen Namens gefunden, die man sich zumindest mal anhören kann.
Das ist Liaison Gigolo, Rufname JD. Ich wünsche ihm von Herzen, daß er vielen hübschen Mädchen den Kopf verdrehen wird und vielleicht auch ein paar Richterinnen, wer weiß das heute schon?!
Dieser kleine Mann wird Liaison Gaston heißen, einfach nur, weil es gut klingt. Daraus wird sicherlich ganz schnell der Rufname Toni und der paßt aktuell auch richtig gut zu ihm. Er hört schon drauf, besonders wenn ich mit Hackbällchen winke.
Jetzt beginnt die Zeit zu rasen! Plötzlich sind es kleine Hunde und eigentlich sind sie schon ziemlich groß. Der Napf ist jedenfalls nicht mit gewachsen und Mama Liese stillt im Stehen. Die Zwerge müssen keine Klimmzüge zur Milchbar machen, wie neulich doch noch – sie sitzen gemütlich unter Mama und lassen die Milch in ihre Mäulchen sprudeln.
…. mehr braucht man nicht, um glücklich zu sein – zumindest wenn man Welpe ist und endlich zum ersten Mal nach draußen darf.
Traurige Tage liegen hinter uns. Am Ende haben uns 3 Tierärzte einhellig bestätigt, was Liese schon vom ersten Tag an wußte. Unsere Mühe war aussichtslos und Purzel wacht nun von der anderen Seite über seine Brüder. Irgendwann werde ich darüber schreiben können, im Moment treibt mir der bloße Gedanke heiße Tränen in die Augen.
Die drei Jungs sind fit und gesund. Sie haben die ersten Fütterungen erfolgreich in der ganzen Wurfkiste verteilt. Inzwischen können sie aber schon sehr manierlich aus einem gemeinsamen Schüsselchen futtern.
Die dritte Woche liegt hinter uns und hat sich ganz nach Lehrbuch als Übergangswoche gezeigt. Gleich zu Beginn bekommen die Welpen ihre erste Wurmkur. Warum das KUR heißt, konnte ich den Zwergen nicht vermitteln. Sie haben sich ganz ordentlich gesträubt und geschüttelt. Eigentlich ist das ziemlich schade: Das erste, was ihnen Menschen ins Mäulchen stopfen, ist so ein ekliges Zeug. Zum Ende der dritten Woche haben sie mir bestimmt verziehen, denn da gab es den ersten Tatar. Zwischen diesen beiden oralen Großereignissen plätscherte die dritte Woche so vor sich hin … und die Welpen plätscherten auch endlich ohne fremde Hilfe ganze Sturzbäche in die weißen Vetbettchen.