Unser Herr Bär (Ch. Liaison Chagall) und seine Tochter Liese (Ch. Liaison Élysée) brauchten beide noch je ein kleines CAC, um den kroatischen Championtitel zu vollenden …. und wir brauchten nach einem feuchten und grauen Winter endlich mal wieder Sonne. Relativ kurzfristig fiel daher unsere Entscheidung, die beiden großen Hallenausstellungen in Luxemburg und in Salzburg am gleichen Wochenende nicht zu melden, sondern nach Kroatien zu fahren. Schließlich soll uns unser Hobby ja Spaß machen.
Die Orte Pula und Rovinj liegen in Istrien nur ca. 30 km voneinander entfernt und beide Ausstellungen waren für Samstag und Sonntag des gleichen Wochenendes geplant. Für uns hieß das: doppelte Chance, um das letzte Ticket zu erreichen, der weite Weg sollte sich ja auch lohnen.

Der Kroatische Kennelklub schafft es immer wieder, mit wenigen Mitteln großartige Ausstellungen zu veranstalten. Diese beiden CAC fanden auf dem gleichen Gelände statt, im Footballstadion von Bale (Blick auf Bale siehe Foto). Dieser kleine Ort liegt etwa mittig zwischen Pula und Rovinj. Wir wohnten nur 5 km entfernt und hatten so wirklich entspannte Tage.
Es gab vier Ringe, davon zwei auf einem betonierten Platz und die anderen beiden im grünen Gras daneben. Damit alle die gleichen Bedingungen hatten, wurde das Terrain am nächsten Tag gewechselt. Die Fotos haben wir in den frühen Morgenstunden geschossen, bevor der Platz vor Menschen wimmelte und man nichts mehr erkennen kann.
Der erste Blick bei einer Show geht immer in den Katalog! Wieder einmal waren keine kroatischen Collies gemeldet. Anscheinend gibt es keine ambitionierten Aussteller in diesem schönen Land. Die Liste war klein, aber international und erlesen. Wir freuten uns, u.a. eine Bekannte aus der Slowakei wieder zu treffen. Auch eine Championhündin aus Italien war da – und mußte sich unserer Liese geschlagen geben. Sogar eine sehr bekannte Züchterin aus England war als Eigentümerin eines Hundes gemeldet. Sie war nicht persönlich anwesend, aber ihr Rüde wurde von einem ebenso bekannten professionellen Handler präsentiert und gewann folgerichtig an beiden Tagen das BOB (Best of Breed). Das BOS (Best of Opposite Sex) erhielt dafür an beiden Tagen unsere kleine Liese, gerade 27 Monate alt. Wir waren wirklich dankbar, daß uns somit die Mühen des Ehrenringes abgenommen waren und wir die Nachmittage für Ausflüge in die Umgebung nutzen konnten.
Unsere beiden haben ihre Aufgabe übererfüllt und an beiden Tagen die Anwartschaften für den Kroatischen Champion (CAC) erhalten. In den nächsten Tagen erwarten wir die Urkunden per Post.
Einen Wermutstropfen haben diese Erfolge: Wir haben jetzt 3 kroatische Champions (die Dritte ist Ch. Liaison Amourette) und somit keinen Grund mehr, für einen Kurzurlaub an die kroatische Adria zu fahren.
Zweimal war ich schon in Salzburg und zweimal habe ich es nicht geschafft, die Innenstadt zu besuchen. Endlich hat es gepaßt, zeitlich und auch vom Wetter! Die letzte Wolke vom Morgen war noch am Berg hängen geblieben, der übrige Himmel strahlte blau. Das Navi bekam den Auftrag Innenstadt und brachte uns zielsicher zu einem Parkplatz unterhalb der Burg. Das erste Fotomotiv war damit im Kasten und wir auf dem Weg zu vielen weiteren. Überall zwischen den gepflegten Häusern gab es neue Blicke auf hübsche Türmchen und Fassaden.

Restaurant und Hotel Wartenberg.
Den ersten Frühlingsgruß fanden wir schon am Rand der Autobahn. Am Rastplatz Kochertalbrücke überrascht eine kleine Kapelle, zu der ein gewundener Weg führt, gesäumt von Osterglocken. Ich habe selten solch einen gepflegten Rastplatz in Deutschland gesehen (im Ausland ist es Standard). Danke an die unbekannten fleißigen Menschen!
Beginnen wir mit „Nr.1“. Tatsächlich ist sie die Erstgeborene, nachts um drei startete sie mit 322g ins Leben. Sie fiel mir in die Hände und ich dachte ganz laut „MEINS“. Noch schöner als sie konnte wohl kaum ein blaues Mädchen werden, schon gar nicht im gleichen Wurf! Nr.1 war also in doppelter Hinsicht der richtige ‚Name‘ … und in der Ahnentafel steht nun Liaison Eluveitie (gesprochen El-weity). Den Namen haben wir von einer Folk-Metal-Band aus der Schweiz geliehen.
Als dieser Welpe auf die Welt kam, habe ich sofort gehofft, daß es ein Rüde ist. Mit solchen kräftigen Farben wird das mal ein prächtiger Collie-Mann. Papa Bär hat bei seiner Zeugung wohl an seinen Bruder Freddy gedacht: Beide haben kräftige Farben, ein ganz bezauberndes Gesicht und sogar ein ähnliches Wesen. Die Freddy-Kopie ist wirklich gut gelungen. Mit 346g startete der Prachtbursche um 4:35 ins Leben … der kräftigste Welpe im Wurf! Auf einer Seite trägt er breite schwarze Streifen, wie eine Biene. „Willi“ wollten wir ihn nicht nennen und so wurde er „Herr (dicke) Hummel“. Die schwarzen Streifen brachten ihm auch den richtigen Namen ein: Liaison Earl Grey … edler Schwarztee in grau 😀
Nur 10 Minuten nach dem Hummelie wurde es dann endlich schwarz. Blau ist nämlich wirklich nicht Lucie’s bevorzugte Welpenfarbe. 332g Geburtsgewicht brachte die bezaubernde Trico-Lady mit auf die Welt und wir ahnten allmählich, warum Lucie so kugelrund durch die letzten Tage gegangen war. Unser „Tri-Girl“ ist absolut bezaubernd und schön gezeichnet. Sie hat sich zu einer kecken, selbstbewussten Dame entwickelt und ist immer die neugierigste im Wurf. Dieses Sahneschnittchen konnte nur einen Namen von uns bekommen: Liaison Eclair.
Weiter ging es im 10-Minuten-Takt … ich durfte immer noch nicht helfen. Lucie hatte alles unter Kontrolle. Ein kleines blaues Mädchen rutschte mit nur 274g fast von alleine in die Welt. Unglaublich, wieviel Unterschied die 70g zum dicken Hummel das optisch sind. So zart kam die „Kleine“ auf die Welt, daß ich ein Sorgenkind vermutete und gar nicht sah, wie unglaublich bezaubernd sie ist. Wie vor zwei Jahren ihr Papa, der auch der Kleinste im Wurf war – genauso kämpfte sie sich zur Milchbar und an die Spitze der Gewichtstabelle. Wenn man den Welpenbildern von damals glauben darf, dann ist die „Kleine“ unsere Bärenkopie. Das wäre einfach nur paradiesisch und so heißt sie jetzt auch: Liaison Élysée.
Nach dem flinken Trio gönnte sich Lucie eine ganze Stunde Pause. Dann fiel ihr wohl ein, daß ich einen schwarzen Rüden bestellt hatte. Mit 326g reihte sich „Black Man“ in die Reihe seiner dicken Geschwister ein und versuchte lange, möglichst unauffällig zu wachsen und zu gedeihen. Das ist schwierig, wenn man farblich hervor sticht und so beschloss er, bildschön zu werden und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sein Blick ist absolut hinreißend, er strahlt wie ein Stern am schwarzen Nachthimmel. Er ist ein würdiger Liaison Etoile.
„El Zorro“, nach dem „Z“ den sein Kragen auf seinem Rücken malt. Der letzte im Bunde brachte auch noch einmal 336g auf die Waage. Schnell bekam er einen weiteren Namen: „Einstein“, denn er besticht nicht durch seine bunten Beine (eins blau, eins schwarz, zwei weiß), sondern durch Klugheit und ein sehr aufmerksames Wesen. Da hat Papa Bär einen weiteren seiner Brüder kopiert: Wir werden immer wieder an Chevalier erinnert. Unter seinen Geschwistern hält er sich zurück, ist der Denker im Wurf. Sein Name ist Programm: Liaison Éminence Grise.

