Reiseberichte
Urlaub oder auch Wochenendfahrten mit unseren Collies
Kroatien 2023 (3) Sisenic
Weil wir schon am Sonntag vormittags um 11 Uhr mit der Show in Karlovac fertig waren, sind wir abgereist und haben unser geplantes Urlaubsziel in Sisenic einen Tag früher am frühen Nachmittag erreicht. Auch dieser Wohnmobil-Stellplatz war ein Tipp aus einer FB-Gruppe und wir wurden nicht enttäuscht. Der Empfang war mehr als herzlich, es gab Begrüßungskuchen und viel Hilfe beim Erkunden der WoMo-Technik! Kater Tommy klärte direkt nach der Ankunft mit den Shelties, wer der Herr im Hause ist und die Shelties waren einverstanden. Es gab auch mehr als genug Platz für alle.
Rundherum um diesen wundervollen Platz an der Kukla gab es allerdings gar nichts. Weil ich wenig eingekauft hatte, brauchte ich nur einen Wunschzettel schreiben und es wurde mir mitgebracht, als meine lieben Gastgeber zum Einkauf fahren wollten. Dazu bekam ich frische Eier von freilaufenden Hühnern aus der Nachbarschaft. So wurden kroatische Eier zu meiner ersten selbstgekochten Mahlzeit in meinem Wohnmobil. Jeden Morgen begrüßte mich Bozica mit einem grünen Smoothie aus selbst gepflückten Kräutern – und weil Kochen für eine Person ziemlich blöd ist, wurde ich auch für die warme Abendmahlzeit eingeplant. Tatsächlich fühlte ich mich wie adoptiert.

Wir waren die einzigen Gäste auf diesem riesigen Gelände und die Shelties konnten ordentlich rennen und toben. Das hatten sie auch redlich verdient. Zum Glück haben sie sich nicht weiter für das umher huschende Kleinwild interessiert. Dabei waren auch Marder und so lernte ich, daß der Marder das kroatische Nationaltier ist und die ehemalige Währung Kuna tatsächlich übersetzt Marder bedeutet. Man hat also mit Mardern bezahlt! Nachts verunsicherten mich heulende Geräusche aus der Umgebung. Ich redete mir ein, es wären Nachbarshunde, schließlich hatten wir Vollmond. Tatsächlich erfuhr ich dann, daß es sich um Schakale handeln würde. Ab da blieben die Shelties bei Einbruch der Dunkelheit im Wohnmobil.
Am zweiten Tag kam ein Wohnmobil für eine Übernachtung dazu. Es war ein umgebautes Feuerwehrauto mit H-Kennzeichen aus Deutschland. Ich mußte Fotos machen, das war wirklich ein irres Teil.
Am dritten Tag feierte meine Gastgeberin ihren Geburtstag und ich wurde so herzlich eigeladen, daß ich gar nicht widersprechen konnte. Ehrlich gesagt, wollte ich das auch gar nicht. Vor Jahren hatte ich in Porec erlebt, wie Kroaten feiern und so freute ich mich darauf, dabei zu sein. Um 14 Uhr kamen die ersten Gäste und dann wurde geredet und gegessen bis 18 Uhr. Dabei gab es, wie in Deutschland auch, Gäste die ununterbrochen geredet haben, Gäste die ununterbrochen gegessen haben und welche, die beides gleichzeitig konnten. Meine Grundkenntnisse der slawischen Sprachen haben mich dabei ziemlich im Stich gelassen. Ich glaube nicht, daß sich der Bogen der Unterhaltung tatsächlich von den Katholiken in Konstantinopel bis zu Red Bull Leipzig gespannt hat. Weil aber die meisten Gäste auch sehr gut deutsch sprachen, konnte ich mich zwischendurch an den Gesprächen beteiligen.




Fazit: Kroatien hat sich verändert in den wenigen Jahren seit unserem letzten Besuch. Der EU-Beitritt und die Währungsumstellung auf den Euro haben dem Land gut getan. Es ist kein Billigurlaubsland mehr, Kroatien ist in Mitteleuropa angekommen. Geblieben sind die wundervollen Landschaften und die herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Geblieben ist auch die leckere herzhafte Küche. Es war ganz bestimmt nicht unser letzter Besuch in Kroatien und wenn es irgendwie paßt, werden wir auch wieder nach Sisenic fahren und grünen Smoothie und leuchtendrote Sonnenuntergänge genießen.
Kroatien 2023 (1): Anreise

Nach ein paar kurzen und einer etwas längeren Fahrt stand nun die erste große Reise mit dem Wohnmobil (Goldie) an. Über Nürnberg-Passau-Graz-Maribor-Zagreb nach Karlovac und zurück über Vrtjoba-Lubljana-Villach-Salzburg-München. Weil es natürlich keine Reise ohne Ausstellungen gibt, wollten wir mit den beiden Sheltie-Rüden die Doppel-CACIB’s in Karlovac (Kroatien) und am folgenden Wochenende in Vrtjoba (Slowenien) besuchen. Die Woche dazwischen war für Relaxen und Blog-Schreiben vorgesehen.
Zwei Wochen im Voraus – und das ist für meine Verhältnisse echt langfristig – habe ich in diversen Apps und FB-Gruppen nach tollen Stellplätzen und Tipps für die Reise gesucht. Mit einem Wohnmobil ist vieles anders, als mit dem Caddy und Hotelreservierungen.
Nun, Leben ist, was passiert, während Du Pläne machst! Am Mittwoch war das WoMo fertig gepackt, Donnerstag morgen sollte es losgehen! Aber Goldie verweigerte den Start. Versuche mit verschiedenen Starthilfekabeln mit Hilfe vom Caddy schlugen fehl, Goldie wurde immer leiser! Die letzte Chance war jetzt ein Anruf beim ADAC. Die gelben Engel sind wirklich die beste Erfindung, seit es Autos gibt! Unser freundlicher Engel begnügte sich nicht mit einfacher Überbrückung, sondern suchte angesichts unserer Reisepläne tatsächlich ausgiebig nach dem Fehler. Am Ende sollte es ein Kontakt an der Batterie gewesen sein, wobei diese auch ihre besten Tage wohl überschritten hatte. Eine Ersatzbatterie in der nötigen Größe hatte er leider nicht dabei. Auf jeden Fall überredete er Goldie zum Starten und wir rollten am frühen Nachmittag endlich los. Der Tank wurde bei laufendem Motor gefüllt und dann begann endlich unsere große Reise. Damit wir nicht wieder unterwegs stehen bleiben, gab es nur kurze Pausen mit laufendem Motor. Während wir also gemächlich in Richtung Süden rollten, telefonierte Sven mit allen Zubehörläden auf unserer Strecke und fand endlich in Passau einen Lieferanten und eine Werkstatt, die den Einbau übernehmen würde.
Die geplante erste Übernachtung auf einem schönen Stellplatz in Vilshofen direkt an der Donau war damit Geschichte. Statt dessen kamen wir um 22 Uhr an der Werkstatt an, wo ich endlich den Motor ausschalten konnte und wir übernachteten. Diese Werkstatt war ein absoluter Glücksgriff! Ich glaube nicht, daß sie noch Werbung brauchen, eine Website gibt es leider nicht. Ich bin wirklich begeistert von Service und Leistung bei Auto Diebetsberger in Passau.. Schon auf dem Hof sah ich die ersten Oldtimer und in der Werkstatt standen noch mehr.


Um 7 Uhr war schon Leben auf dem Hof und eine Stunde später war die neue Batterie eingebaut. Goldie nahm es zur Kenntnis, aber starten wollte sie nicht. Der nächste Verdacht fiel auf einen korrodierten Stecker, der in Handarbeit gereinigt wurde. Als Goldie immer noch nicht wollte, blieb nur noch der Anlasser übrig. Kein Lieferant im Umkreis hatte einen vorrätig, aber was echte Oldie-Schrauber sind, die finden eine Lösung. Der Anlasser wurde ausgebaut und überarbeitet. Tatsächlich startete Goldie jetzt mühelos und war endlich bereit für unser Abenteuer.
Jetzt ging es nur noch in einem Ritt bis Karlovac, denn wir waren ordentlich in Zeitverzug und wollten am Samstag entspannt im Ring stehen.Wir haben es geschafft, aber Thorin war richtig müde und hatte überhaupt keine Lust auf Show. Der Hobbit hat seine Routine genutzt und überzeugt. Den Bericht zur Show gibt es unter „Kroatien 2023 (2) Karlovac“
Wacken 2023
Weil alle fragen, wie unser Wacken in diesem Jahr gelaufen ist und weil ich mir die Enttäuschung aus den Fingern schreiben MUSS und es nicht noch dutzende Male erzählen WILL- hier ist ziemlich wertungsfrei (hoffentlich) unser Bericht.
Die Ticket-Börse für Wacken 2023 öffnete am Rückreisetag vom Wacken 2022 um 20 Uhr. Dank diverser und erwarteter Staus waren wir noch auf der Autobahn und weit von zu Hause. Trotz Handy und Warteschleifen und Funklöchern und Tunnel hatte ich es um kurz nach 21 Uhr geschafft und 2 Tickets für 2023 bestellt und bezahlt, während Sven uns weiter nach Hause chauffierte.

Den Headliner Iron Maiden haben wir da noch für FakeNews gehalten und im weiteren Verlauf jeden dazu kommenden Act gefeiert. DAS würde das Festival unseres Lebens werden, DA ging es nicht nur um Wacken-Feeling, sondern um ein ganzes Metal-Leben im Rückblick geballt in ein paar Tagen. Ein ganzes Jahr in Vorfreude steigerte diese ins Unermessliche!
Die Organisation für zu Hause und besonders für alle zurückbleibenden pelzigen Familienmitglieder war zwar schwieriger, als 2022, aber wir haben auch das geschafft. Dank Christel, Leonie und Ilka konnten wir tatsächlich beruhigt starten. Geplant war die Abreise für den späten Abend am Montag, weil wir auch für 2022 über Nacht gefahren waren und ohne größere Staus morgens um 7 Uhr in Wacken waren. Schon am frühen Abend kamen die ersten Meldungen von gigantischen Staus, von Metalheads, die 20 Stunden lang ohne Pause oder gar Schlaf im Stop-and-Go um Wacken kreisen mußten. Wenig später wurden alle von den Veranstaltern gebeten, ihre Anreise zu verschieben bis am Dienstag morgen um 10 Uhr neue Nachrichten kämen. Wir haben noch eine Matratze in den Caddy gepackt, falls wir irgendwo unterwegs stecken bleiben würden und haben gewartet. Es wurde 10 – es wurde 11 – für 700km kann man nicht bis fünf vor zwölf warten, also sind wir ins Blaue gestartet. Nachrichten kann man ja auch unterwegs lesen. Die letzte Aktion im heimischen WLAN war das Aufladen der Cashless-Pay-Karten.
Unterwegs sahen wir doch das eine oder andere WOA auf Heckscheiben, also waren wir nicht die Einzigen, die nicht noch länger warten wollten. Inzwischen wurde vom Veranstalter ein Anreisestopp kommuniziert.



In Wacken mußte jedes Fahrzeug einzeln mit Traktoren auf den Acker gezogen werden und das dauert einfach länger, als wenn jeder selber fahren kann. Über 50 freundliche Treckerfahrer haben rund um die Uhr gearbeitet. Weil wir gar nicht auf den Acker wollten, sondern ein Quartier bei freundlichen Menschen im Nachbarort reserviert hatten, fühlten wir uns nicht wirklich betroffen. Der Plan war, vor dem ersten Stau raus zu fahren und die Lage von der Seitenlinie zu betrachten, möglichst gemütlich mit Kaffee und Dach über dem Kopf, zur Not auch auf unserer Matratze.
Der erste Stau kam dann früher, als erwartet: Zwischen Walsrode und Soltau-Süd auf der A7 sollte auf 11km gar nichts mehr gehen. Erst später erfuhren wir, daß da ein Schwerlaster verunfallt war und es keinen Bezug zu Wacken gab. Aber wir beschlossen, das ausgefallene Frühstück jetzt am Spätnachmittag endlich nachzuholen. Der Verkehrsfunk brachte noch Vorfreude auf 6km vor dem Elbtunnel und RadioBOB berichtete vom totalen Chaos rund um Wacken. Auch die Sozialen Medien waren voller Berichte von gestrandeten Menschen.

Aber es gab auch unglaubliche positive Nachrichten: Metalheads wurden eingeladen, auf dem Parkplatz am Hamburger Volksparkstadion zu campieren, ein Baumarkt bot trockene Übernachtungsplätze in den ausgestellten Gartenhäusern auf seinem Parkplatz an und unzählige Anwohner räumten ihre Auffahrten und Gärten für übermüdete Metalheads. Der Flugplatz „Hungriger Wolf“ (was für ein Name!!) wurde zur Parkfläche und später sogar zum Wacken-Außenlager inkl. Bändchenausgabe und Shuttleservice. Die Menschen im Norden haben einen völlig falschen Ruf, nicht wortkarg und verschlossen, sondern überaus herzlich und gastfreundlich sind sie.
Von alledem waren wir noch über 200km entfernt und sehr unschlüssig, ob wir weiter fahren sollten um irgendwann vielleicht in tiefer Nacht doch in unserem Quartier in Holstenniendorf anzukommen oder auch zu den Gestrandeten in irgendeinem Stau zu gehören. Es war eine glückliche Eingebung, mich in diesem Moment an Brigitte zu erinnern. Sie wohnt nur ca. 20 km von unserem aktuellen Standort entfernt und bekam eine WhatsApp „Bist Du Hause? Magst Du Besuch haben?“ Zweimal JA und so hatte Brigitte auch Gestrandete aufgenommen. Wir hatten viel Kaffee, viel zu erzählen, ein warmes Bett, ein tolles Frühstück am nächsten Morgen und anschließend noch eine Klangmassage.

Alleine dafür hätte sich die Reise gelohnt! Ich hatte keine Ahnung, was man sich unter einer Klangmassage vorstellen soll und bin mit Neugier und Skepsis in diese Probestunde gegangen. Es war wundervoll und ich mache hier gerne etwas Werbung, sie macht das nämlich inzwischen professionell. Klang- und Entspannungstherapie „Balance“ Brigitte Prescher(öffnet in neuem Tab)

Daß inzwischen auch der Einlaßstopp aus Wacken kam, war eigentlich nur die logische Folge auf alles, was man bisher von dort gehört hatte: Ein brennendes Auto konnte erst nach mehr als einer Stunde gelöscht werden, weil die Feuerwehr den Platz nicht mehr befahren konnte, im Krankenhaus in Itzehoe wurden innerhalb weniger Stunden 17 Knochenfrakturen aus Wacken behandelt, Rolliefahrer konnten gar nicht mehr ins Infield usw., usf.
Ich habe mir eine Menge Fotos aus dem Netz geborgt, um zu zeigen, was auf dem heiligen Acker los war und dabei sind auch welche mit Galgenhumor. Wer am Ende wirklich lacht, wenn die Autos am Sonntag aus dem angetrockneten Schlamm gezogen werden, wird sich noch zeigen. Eigene Bilder kann ich nicht liefern, denn wir sind wieder nach Hause gefahren. Es war nicht fair, daß Fans wie wir, die sich recht brav an die Vorgaben der Veranstalter gehalten haben, jetzt nicht mehr kommen durften, auch nicht ohne Auto. Fans, die um die halbe Welt geflogen waren, saßen auf allen deutschen Flughäfen und kamen nicht weiter, weil die Shuttles ausfielen. Diejenigen, die dreist drauf los sind, feiern jetzt Schlammpartys – diejenigen, die sich auf die Acts gefreut haben, dürfen jetzt Live-Stream auf dem Sofa feiern. Nächstes Jahr ist KEIN Trost, denn diese Ballung von genialen Bands wird es nicht wieder geben!
Zu Hause durften wir dann erfahren, daß weiterhin jeder aufs Festival durfte, der dort ankam. Anreisestopp, Einlassstopp galt nur offiziell und auch zwei Tage später kommen noch Leute in Wacken an und dürfen aufs Gelände. Ich bin gespannt, ob und welche Konsequenzen das noch haben wird.














Paris 2013
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Budapest im Juni 2014
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Ossiacher See im Juni 2013
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UrlauBär an der Donau 2016
UrlauBär an der Donau 2016
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Entschleunigen in der Prignitz – Königsbusch Putlitz 2021

Wenn es ein Ende der Welt in Deutschland gibt, dann hat es sich in der Prignitz versteckt. Kaum eine Gegend ist so unbekannt und doch so herrlich wie die Prignitz. Diese Oase der Ruhe im äußersten Norden von Brandenburg ist tatsächlich noch ein Geheimtip. Am Ende der A39 bei Wolfsburg grüßt am letzten Rastplatz noch ein Förderturm.
Sobald man aber die Elbe überquert hat, dreht sich die Uhr um hundert Jahre zurück. Der Unterschied vom Hannoverschen im Landkreis Gifhorn zur Altmark im Landkreis Salzwedel ist mehr als auffällig. Über wunderschöne alte Alleen, durch malerische Dörfer und große dichte Kiefernwälder fährt man über mehr als 150 km entspannt in Richtung Perleberg. Irgendwo an der B190 weist ein Schild auf die Romantik-Straße hin. Ich hätte es aber auch so gemerkt, daß ich hier auf einer außergewöhnlichen Route war. Als die Straßen immer holpriger wurden, kam das Ziel immer näher. Den letzten Kilometer kommentierte mein Navi sehr treffend: „Das Ziel befindet sich auf einer nur beschränkt befahrbaren Strecke“. Stimmt … und schon diese Straße trennt den liefergelegten Juppi vom Naturfreund.
Das Ziel unserer langen Reise war der Königsbusch in Putlitz. Dahinter verbirgt sich der Reiterhof meiner Freundin Dörte. Auf dem Hof leben tatsächlich viele Pferde und es gibt auch einen Reitplatz. Dort wohnen auch die beiden Hofhunde Bolle (12 jähriger Mudi) und Frau Calli (9 jährige Kuvacz-Mix-Hündin). Drumherum gibt es Füchse und Hasen, Marder und Igel, Kraniche und Störche. Die drei Rehe in der Umgebung heißen Kevin, Chantal und Germaine. Sie tragen diese tollen Namen, weil sie immer am Straßenrand stehen bleiben wenn ein Auto kommt, bis es da ist – dann laufen sie los. Und dann gibt es da noch einen einsamen Wolf und solange er die Pferde in Ruhe läßt, darf er da auch gerne sein. Mit den großen Weideflächen und den vielen uralten Bäumen ist der Königsbusch ein kleines Paradies. Allerdings machen die vielen Vögel einen unglaublichen Lärm 😉
Manchmal vermietet Dörte das urige Gästezimmer neben der Sattelkammer (mit Hochbett, Küche und Bad) oder die ausgebauten Bauwagen auf dem Gelände. Gäste mit Hund(en) und Pferd(en) sind willkommen, die auf städtischen Schnickschnack verzichten wollen und das auch können. Es gibt selbstverständlich Strom und fließendes Warmwasser. Das Wasser ist so eisenhaltig, daß es fast wie Blut schmeckt. Die Mücken kannten leider den Unterschied. Einen Fernseher gibt es nicht. Das war etwas schade wegen der Fußball-EM – aber wirklich vermißt habe ich ihn nicht.
Mit Colliemädchen Roxy und Sheltierüde Hobbit habe ich im Königsbusch die Seele baumeln lassen. Am Anreisetag hatte ich noch vorsorglich eine Leine an den Hunden. Danach sind sie frei und fröhlich umher gestreift, haben Menschen und Pferde freundlich begrüßt und waren jederzeit auf Zuruf bei mir, wenn ich sie im hohen Gras aus den Augen verloren hatte.
Entschleunigen in der Prignitz … liebe Dörte, bis zum nächsten Besuch werden nicht wieder Jahre vergehen!

Szilvásvárad Hund & Pferd
Diese Show hat einen Beitrag unabhängig von unseren Erfolgen verdient! Es lohnt sich auf jeden Fall, ein paar Tage Urlaub dafür einzuplanen. Szilvásvárad liegt am Rand des Bükk-Nationalparks im Nordosten von Ungarn, unweit der slowakischen Grenze. Der Nationalpark ist ein leicht bergiges Waldgebiet und gerade im Frühjahr mit dem frisch leuchtenden Grün ein herrlicher Platz zur Erholung. Hier wurden auch heiße Quellen entdeckt und in Thermalbädern nutzbar gemacht. An jedem zweiten Haus bietet ein Schild „Zimmer frei“ (wirklich auf deutsch) eine gute Unterkunft. Vom Ort selber haben wir keine Fotos gemacht. Dank der Show war es überall voller Autos und Hunde!

Die Show fand im Lovas-Stadion statt, dem Zuhause der Lipizzaner. Diese wunderschönen Pferde zeigten auch ein tolles Programm im Ehrenring während der Ausstellung. Der Ehrenring hatte zusätzlich zur transportablen Tribüne an der gegenüberliegenden Seite eine große Videowand und bot so jedem Besucher gute Sicht auf die Ereignisse dort.
Das Stadion hat einen großen Parkplatz und auch einen separaten Teil für Campingfahrzeuge. Für die übrigen lohnte sich frühes Erscheinen. Bis etwa 8 Uhr morgens kamen alle noch auf dem Parkplatz vor dem Stadion unter. Danach wurde der Weg etwas weiter und die Letzten parkten am Ortseingangsschild! Besonders am ersten Tag, als noch viel kontrolliert wurde und die Helfer noch nicht genug Routine hatten, kam es zu langen Wartezeiten in der Autoschlange.
Im Stadion selbst erwarteten uns dann 34 Ringe, alle unter freiem Himmel, manche mit Gras, andere mit Teppich auf Betonboden. Der Rasen im gesamten Stadion war gleichmäßig kurz gemäht, sehr weich und ohne Stolperbüschel. Die Ringe waren etwas klein, wenn man Gangwerk zeigen muß oder möchte. Für die Aussteller waren 3 riesige Zelte aufgebaut, unter denen man sich vor der prallen Sonne schützen konnte oder in unserem Fall auch einen Gewitterregen trocken überstand. Die Blitze blieben in den umliegenden Bergen, der Regen überschüttete das Gelände mit mehr Wasser, als der Boden aufnehmen konnte. Unter diesen Großzelten war das Aufbauen von Ausstellerzelten verboten. Es gab aber reichlich Platz dafür außerhalb und um die Ringe.
Das Regenwasser vom ersten Nachmittag stand auch am folgenden Ausstellungstag noch auf dem Platz. Man versank förmlich im Boden und wir haben unsere Hunde der weißen Füße wegen zum Ring getragen. Ob solche Sintfluten dort häufiger auftreten, wissen wir natürlich nicht. Zu empfehlen sind reichlich Handtücher und Papier, um in jedem Fall gewappnet zu sein.
Selbstverständlich gab es auch jede Menge Verkaufsstände und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Einen kleinen Kaffee gab es schon für 300 Forint (= 1 Euro). Eigentlich fotografiere ich nie mein Essen. Für Pörkölt mit Tarhonya habe ich eine Ausnahme gemacht. Man sollte es aber besser in einem Restaurant bestellen. Dort ist die Qualität für 3.000 HUF jedenfalls deutlich besser!
Zur Show muß man mit entspannten Hunden anreisen. In Ungarn wird bis unmittelbar vor dem Auftritt im Ring an allen Ecken und Enden gefönt. Das ist selbst mir teilweise zu viel Geräusch geworden. Ganz selbstverständlich wurde dort nicht nur gebürstet, sondern regelrecht gegroomt, also alle Arten Spray und Puder und das letzte Härchen wurde schnell in Form effiliert. Yorkies wurden sogar vor Ort noch gebadet! Auch in Ungarn setzen sich mehr und mehr professionelle HandlerInnen durch. Man erkennt sie an ihrer tollen Figur und den bunten Kostümen, auch die Herren sind überwiegend klein, schlank und bunt. Ich bleibe dabei:
Ich bin ein Breeder, kein Performer! … und außerdem würde ich in diesem Flitter lächerlich aussehen!
Das es bald los geht, erkennt man nicht unbedingt an der Uhrzeit. Der Beginn des Richtens am ersten Tag war eine Stunde später als vorgesehen, vermutlich um den vielen Ausstellern, die draußen noch im Auto Schlange standen, eine Chance zu geben. Los geht es, wenn die angenehme Rockmusik rund um den Ehrenring abgeschaltet wird und statt dessen die Nationalhymne ertönt. Die Ungarn stellen dann kurz das Groomen ein und stehen für diese Momente still und ehrerbietig. Das kannten wir schon aus Szombathely und waren nicht überrascht. Wir standen auch artig still und weil keiner mitgesungen hat, sind wir nicht aufgefallen. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache erschienen dann endlich die Richter im Ring und es ging los!































