Apartman Gina

Gibt es in Kroatien eigentlich Hotels?

Das ist eine rhetorische Frage und gesehen habe ich vor Ort auch schon welche … von außen! Auf der Suche nach günstigen und vor allem nach hundefreundlichen Unterkünften lande ich immer wieder bei Apartmani und habe dabei wirklich nur gute Erfahrungen gemacht.

Golas3Für unseren Kurzurlaub 2018 in Istrien haben wir ein Quartier im Umkreis von Bale gesucht, weil dort ein Wochenende mit Hundeausstellungen anstand. Nur 5 km entfernt in Gola^s (das Dach gehört über das S, aber sag das meiner Tastatur!)  fanden wir

Apartman Gina.

Hinter dem Link verbirgt sich die Buchungsseite für dieses hübsche Haus und ich mache herzlich gerne Werbung dafür! Die Fotos auf dieser Buchungsseite entsprechen vollständig dem, was wir vorgefunden haben. Meine eigenen Bilder können gut damit verglichen werden. Es war vom Fernsehen mit deutschen Sendern bis zum Toilettenpapier tatsächlich alles da, was man braucht. Wirklich loben muß ich die Sauberkeit im ganzen Haus. Geschirr und Fliesen glänzten um die Wette. Es lagen sogar frisch geplättete Geschirrtücher bereit! Den Duschvorhang mit Hundepfoten mußte ich natürlich unbedingt auch fotografieren 😉

Die Kroaten sind als gastfreundlich bekannt, hier haben sie diesem Ruf wirklich alle Ehre gemacht. Schon lange vor der Ankunft gab es Kontakt per SMS und wir konnten trotz des weiten Weges unsere Ankunftszeit gut eingrenzen. Die Eigentümerin wohnt nämlich nicht vor Ort, sondern kam von Pula, um uns die Tür zu öffnen und das Haus zu erklären! Und sie hatte schon ordentlich eingeheizt! 🙂 In der offenen Küche stand ein Holzofen, der das gesamte Haus in eine Sauna verwandelte. Wir waren besorgt, daß die Collies sich ihr kostbares Fell am Ofen verbrutzeln und schon flitzte sie wieder ins Haus, um alle Fenster zu öffnen und entschuldigte sich für die Wärme.

Wir sollten es bitter bereuen, daß wir die Wärme des Holzfeuers einfach so aus dem Haus gelassen hatten! Wir waren die ersten Urlauber in dieser Saison und das Haus war ausgekühlt von einem harten Winter. Alle Kissen, Decken und Matratzen waren kalt und vor allem wirklich feucht. Noch bis vor einem Tag war kühles Regenwetter in Istrien. Das ist normal im April in Kroatien. Wir hatten es schon einmal in Zadar im April 2013 erlebt und leider wieder vergessen. Die Urlaubssaison fängt wohl auch deshalb erst im Mai an und vorher sind sogar die meisten Rastplätze an der Autobahn geschlossen. Nach einer unangenehmen Nacht haben wir am nächsten Tag die Decken und Kissen auf der Terrasse in der Sonne gewendet. Da wir leider kein Holz für den tollen Ofen hatten, mußte die Klimaanlage 12 Stunden arbeiten. Um den Stromverbrauch tat es uns herzlich leid, aber ab da konnten wir wirklich gut schlafen und hatten einen tollen Aufenthalt.

Für Hundebesitzer sei erwähnt, daß es ein Gefrierfach im Kühlschrank gibt und wir damit das mitgebrachte Fleisch gut über die Zeit verteilt füttern konnten. Auch wichtig für Hundebesitzer: Die Zufahrt ist vorne durch ein großes Gittertor zu verschließen, aber hinten herum finden nicht nur die eigenen Hunde raus, sondern auch die Dorfhunde herein! Wir hatten uns immer über die Kothaufen in der Einfahrt gewundert und diese am Anfang ganz brav und deutsch aufgesammelt und eingetütet. Irgendwann waren es doch mehr, als unsere Collies hätten machen können 🙂

Eines Morgens wurde ich dann auch schon auf der Terrasse erwartet. Das kleine Sheltie-Mix-Kerlchen sah mich mit riesigen treuen Augen an und erwartete wohl sein Frühstück. Der Kleine benahm sich, als würden ihm Futter plus Streicheleinheiten zustehen, sozusagen als Gebühr für unseren Aufenthalt. Sein schwarzer Kumpel blieb etwas schüchterner hinter dem Tor und kläffte nur unentwegt und laut. Seine Stimme kannten wir schon vom ersten Tag an. Unsere beiden Collies waren not-amused, da spielten sich unterschwellige Revierkämpfe ab. Nein, sie haben sich nichts getan, aber die vielen Haufen und Pfützen erklärten sich nun ganz klar als Markierungen.

Im kleinen Garten an der Einfahrt und auf den großen Wiesen in Golas haben wir reichlich Fotos geschossen, vor allem, weil es die ersten Blumen nach dem scheußlichen Winter zu fotografieren gab. Die beiden Collies hielten von unseren Fotoshootings nicht allzu viel. Nach der Show wollten sie nicht mehr posen, sondern nur noch spielen und toben. Besonders der Bär war richtig albern und genoß Wind und Sonne ausgiebig.

Trotzdem nutze ich jede Gelegenheit, um einen ganz besonderen Ausdruck einzufangen. Die Ergebnisse sind leider noch mäßig. Im Blogtitel sieht man das Ziel meiner Bemühungen, der besondere Ausdruck von Ch. Liaison Amourette. Sie ist immerhin die Mutter des Bären und damit die Oma der Liese. Ich darf also noch hoffen, daß mir solch ein Bild gelingt. ❤

Ausstellungen Pula und Rovinj

BaleLieseUnser Herr Bär (Ch. Liaison Chagall) und seine Tochter Liese (Ch. Liaison Élysée) brauchten beide noch je ein kleines CAC, um den kroatischen Championtitel zu vollenden …. und wir brauchten nach einem feuchten und grauen Winter endlich mal wieder Sonne. Relativ kurzfristig fiel daher unsere Entscheidung, die beiden großen Hallenausstellungen in Luxemburg und in Salzburg am gleichen Wochenende nicht zu melden, sondern nach Kroatien zu fahren. Schließlich soll uns unser Hobby ja Spaß machen.

 

Die Orte Pula und Rovinj liegen in Istrien nur ca. 30 km voneinander entfernt und beide Ausstellungen waren für Samstag und Sonntag des gleichen Wochenendes geplant. Für uns hieß das: doppelte Chance, um das letzte Ticket zu erreichen, der weite Weg sollte sich ja auch lohnen.

Bale

Der Kroatische Kennelklub schafft es immer wieder, mit wenigen Mitteln großartige Ausstellungen zu veranstalten. Diese beiden CAC fanden auf dem gleichen Gelände statt, im Footballstadion von Bale (Blick auf Bale siehe Foto). Dieser kleine Ort liegt etwa mittig zwischen Pula und Rovinj. Wir wohnten nur 5 km entfernt und hatten so wirklich entspannte Tage.

 

 

 

Es gab vier Ringe, davon zwei auf einem betonierten Platz und die anderen beiden im grünen Gras daneben. Damit alle die gleichen Bedingungen hatten, wurde das Terrain am nächsten Tag gewechselt. Die Fotos haben wir in den frühen Morgenstunden geschossen, bevor der Platz vor Menschen wimmelte und man nichts mehr erkennen kann.

Der erste Blick bei einer Show geht immer in den Katalog! Wieder einmal waren keine kroatischen Collies gemeldet. Anscheinend gibt es keine ambitionierten Aussteller in diesem schönen Land. Die Liste war klein, aber international und erlesen. Wir freuten uns, u.a. eine Bekannte aus der Slowakei wieder zu treffen. Auch eine Championhündin aus Italien war da – und mußte sich unserer Liese geschlagen geben. Sogar eine sehr bekannte Züchterin aus England war als Eigentümerin eines Hundes gemeldet. Sie war nicht persönlich anwesend, aber ihr Rüde wurde von einem ebenso bekannten professionellen Handler präsentiert und gewann folgerichtig an beiden Tagen das BOB (Best of Breed). Das BOS (Best of Opposite Sex) erhielt dafür an beiden Tagen unsere kleine Liese, gerade 27 Monate alt.  Wir waren wirklich dankbar, daß uns somit die Mühen des Ehrenringes abgenommen waren und wir die Nachmittage für Ausflüge in die Umgebung nutzen konnten.

Unsere beiden haben ihre Aufgabe übererfüllt und an beiden Tagen die Anwartschaften für den Kroatischen Champion (CAC) erhalten. In den nächsten Tagen erwarten wir die Urkunden per Post.

 

Einen Wermutstropfen haben diese Erfolge: Wir haben jetzt 3 kroatische Champions (die Dritte ist Ch. Liaison Amourette) und somit keinen Grund mehr, für einen Kurzurlaub an die kroatische Adria zu fahren.

Salzburg

BurgZweimal war ich schon in Salzburg und zweimal habe ich es nicht geschafft, die Innenstadt zu besuchen. Endlich hat es gepaßt, zeitlich und auch vom Wetter! Die letzte Wolke vom Morgen war noch am Berg hängen geblieben, der übrige Himmel strahlte blau. Das Navi bekam den Auftrag Innenstadt und brachte uns zielsicher zu einem Parkplatz unterhalb der Burg. Das erste Fotomotiv war damit im Kasten und wir auf dem Weg zu vielen weiteren. Überall zwischen den gepflegten Häusern gab es neue Blicke auf hübsche Türmchen und Fassaden.

Brunnen1

 

Selbstverständlich mußten auch Bär und Liese mit auf Bilder. Der Rat, daß man als Mensch zwischen den Collies in die gleiche Richtung schauen sollte, war nicht ganz einfach umzusetzen.

 

 

 

Ich kam in einen Fotorausch. Die Motive wurden immer besser und auch jetzt kann ich mich kaum entscheiden, was in den Blog darf und was niemand sehen wird. Der Domplatz jedenfalls ist von allen Seiten schön und darf dabei sein.

Während der Aufnahmen hörten wir Hufgetrappel. Auf den Fiaker mußten wir warten für ein Stimmungsbild! Völlig überraschend kamen aus der anderen Richtung nun immer mehr Fiaker, einer schöner als der andere mit wundervollen Pferden. Alle stellten sich in Doppelreihe auf dem Platz auf. Ein wunderschönes Bild. Wir fragten und erfuhren, daß diese Versammlung täglich um 10 Uhr auf diesem Platz stattfindet. Was für ein Glück, wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort!

Da alle Touristen nun zwischen den Pferden umher liefen, hatten wir freies Bild für Sven mit Collies am Brunnen in der Mitte des Platzes.

Ich weiß, Urlaubsfotos von anderen sind nicht immer so wirklich spannend. Vielleicht schaue ich mir daher diese Seiten ganz alleine an. Aber das tue ich dafür dann öfter und habe jedes Mal wieder Freude an diesen Erinnerungen.

Jetzt war Ausruhen angesagt. Sven setzte sich auf die Bank unter der goldenen Kugel. Ein Tourist kam und fragte, ob man die Hunde streicheln dürfe. Und dann verwuschelten plötzlich viele Hände die beiden Collies, die das offensichtlich genießen konnten.

Das Fazit: Salzburg gehört zu den Orten auf der Welt, die man gesehen haben muß!

 

Restaurant und Hotel Wartenberg

Mein geliebtes Österreich ist im April 2018 nur Transitstrecke, aber wenigstens ein Zwischenstopp in Salzburg wurde geplant. Die Übernachtungsangebote sind selbst dann noch reichlich, wenn man die Suche mit ‚Haustiere erlaubt’ und ‚kostenloses Parken’ eingrenzt. Gerne vertreibe ich mir die Zeit in schlaflosen Nächten mit Bewertungen von echten Gästen und dieses Mal bin ich auf ein wirkliches Kleinod gestoßen:

Eingang WartenbergRestaurant und Hotel Wartenberg.

Nur 5 Autominuten vom Altstadtzentrum entfernt, erwartet den Gast ein uriges, über 300 Jahre altes Gebäude mit grünem Dach, mit richtig dicken Wänden und liebevoller Überfüllung mit Kitsch und Antiquitäten. Dicke Türen mit verschnörkelten Beschlägen gehören ebenso dazu, wie ein wunderschöner alter Kleiderschrank ohne Schlüssel und ein riesiger Spiegel über dem Bett. Die Böden sind teilweise großartig gefliest, und dann sind es wieder richtig schöne dicke alte Dielen.

Im krassen Gegensatz zu dem historischen Ambiente hat unser Zimmer ein modernes Badezimmer mit riesiger Dusche und weil es nicht perfekt sein darf, hat man jedes Mal die Klinke in der Hand, wenn man die Tür schließen will.

Wer sterile Business-Hotelzimmer braucht, sollte dieses Haus meiden. Es ist anders, als die meisten. Wenn man sucht, findet man immer – auch in den Nobelhäusern! In unserem Fall fand sich ganz schnell ein Rand auf dem Tisch und ein rostiger Heizkörper. Ich schwöre, ich habe nicht gesucht!

Man fühlt sich angekommen,

– wenn man direkt von 2 netten Menschen begrüßt wird,

– wenn man sofort mit Namen angesprochen wird und

– wenn einem ein kostenloses Upgrade auf ein größeres Zimmer angeboten wird, weil man 2 Hunde dabei hat.

Perfekt? Nein, das wäre wieder langweilig 😉 Alle Österreicher vergessen, dass ihre Sprache weit von Deutsch entfernt ist. Ich höre es gern, wirklich. Aber nach 6 Stunden Fahrt mit reichlich Stau und stockendem Verkehr kommt mein Hirn mit dem Übersetzen nicht hinterher! Da bestelle ich doch tatsächlich nach dem richtig leckeren Abendessen einen Milchkaffee – und bekomme einen Latte Macciato 😀 Für eines der großartigen österreichischen Desserts war leider kein Platz mehr in meinem Magen.

Das Abendessen muß ich schnell notieren, damit ich das zu Hause hinkriege: Tiroler Gröstl mit Spiegelei und Salat. Es entpuppte sich als Bratkartoffeln aus gekochten Kartoffeln mit glasigen Zwiebeln, grüner Paprika, rosa angebratenem Schinken und zarten Rindfleischstreifen. Das Geheimnis des besonderen Geschmacks ist u.a. ganz dezenter Kümmel.

Das man auch bei der Rechnung lächeln kann, passiert nicht oft. Aber da stand wirklich, „Tisch 5 Liebesflamme“.

Am folgenden Morgen weckte uns strahlender Sonnenschein durch die dunkelroten Vorhänge hindurch und machte sogar mir als Morgenmuffel Freude auf den kommenden Tag.  Der Blick aus unserem Fenster konnte dem nicht wirklich etwas anhaben. Die Freude wurde erst getrübt, als ich die Duschkabine mit wachen Augen anschaute: schwarzen Schimmel und Seifenreste habe ich in dieser Stärke selten irgendwo gesehen.

Das Frühstück war ausreichend, der Kaffee österreichisch zu stark, die Eier noch bunt von Ostern vor einer Woche. Zur Nachtisch-Zigarette bewaffnete ich mich mit dem Handy und ging auf Motivjagd im Hotelgarten. Neben 9 hungrigen Kaninchen, die eine Nachbarin füttert, und einem jungen Hund entdeckte ich endlich den Grund für die vielen Engel, Ikonen und Schleifen: Wir waren in einem Pilgerhotel auf dem Jakobsweg gelandet. Man muß es tatsächlich mögen, es ist in jedem Fall einzigartig!

Unterwegs im April 2018

Es ist Anfang April 2018. Hinter uns liegt ein unfreundlicher, grauer und nasser Winter. Nach der langen Kälte sollte es endlich wieder auf Reisen gehen …. in den sicheren Frühling!

KochertalDen ersten Frühlingsgruß fanden wir schon am Rand der Autobahn. Am Rastplatz Kochertalbrücke überrascht eine kleine Kapelle, zu der ein gewundener Weg führt, gesäumt von Osterglocken. Ich habe selten solch einen gepflegten Rastplatz in Deutschland gesehen (im Ausland ist es Standard). Danke an die unbekannten fleißigen Menschen!

Die Umgehung von München erfreute uns schon ab dem Start mit unterschiedlich langen Staumeldungen im Radio. Tatsächlich brauchten wir ‚nur’ 25 Minuten für die Ostumgehung auf der A99 Richtung Salzburg. Als wir das geschafft hatten, belohnte uns ein erster Blick auf die schneebedeckten Alpen in der Ferne.

Nach einem leider nur eintägigen Aufenthalt in Salzburg mußten wir weiter. Über die Tauernautobahn ging es längs durch Österreich. Die Tauernalm glitzerte besonders schön in der Frühlingssonne und auf 1.200 Meter Höhe reichte der Schnee noch direkt bis an die Autobahn. Am Rastplatz fand ich wieder ein Denkmal. Hoffentlich galt es nicht dem letzten Steinbock dieser Gegend und sollte eher eine Erinnerung daran sein, daß auch auf diesen schroffen Felsen etwas lebt.

 

 

Bärenkinder in der fünften Woche

Jedes Mal gibt es einen bestimmten Wochentag, an dem ich morgens aufwache und neue Welpen habe! Bisher war das meist der Tag der Geburt … dieser Wurf kam an einem Samstag. Der Tag, an dem eine neue Seite im Entwicklungstagebuch aufgeschlagen wird, ist immer der Dienstag! Vor einer Woche haben die Kleinen gerade erst der Flasche entsagt, jetzt war den Großen der Wurfraum zu eng *UPS*

Die neue Woche brachte also einen großen Umzug und meine letzte Chance auf nette Gruppenfotos habe ich gnadenlos genutzt. Es klappte so gut oder schlecht, wie bei allen Gruppenaufnahmen: Irgendeiner guckt immer nicht gut und rote Augen gingen auch reihum. Soll sich doch jeder seinen Lieblingswelpen auf einem gelungenen Schnappschuss angucken 😀 Ich liebe sie alle, immer!

Und endlich, endlich gab es SONNE für die Kinder! Der Februar 2016 wird mir für immer als eklig feucht-kalt in Erinnerung bleiben. Die Kleinen lernten die frische Luft tatsächlich zuerst auf dem überdachten Balkon auf dicken Daunendecken kennen. Kurze Ausflüge in graues Draußen …. als endlich SONNE im Wetterbericht verkündet wurde, wurde im Hof eine Sonnenbadestation für Welpen eingerichtet: Auf die wärmste Stelle wurden Isomatten gelegt und ein kleiner Auslauf improvisiert. Die Kleinen fanden die Isomatten lecker und die streichelnden Nachbarn nett. Nach nur knapp 30 Minuten waren sie müde, wie lange nicht mehr 😉

 

Bärenkinder bekommen Namen

Höchste Zeit, den Zwergen Namen zu geben … Spitznamen haben sie schon lange. Für die Ahnentafel sind die eher nicht geeignet, besonders weil sie nicht mit „E“ anfangen. Also waren Einzelfotos angesagt und wir brauchten einen Hintergrund, vor dem sie sich gut abhoben. Unsere neue Wurfkiste ist zwar toll, aber die dunklen Wände sind für Welpen in Tricolour absolut ungeeignet. Ich nehme es vorweg: der rote Pullover wanderte danach in den Müll. Solche Fotos wird es niemals wieder geben 😀

E Nr1aBeginnen wir mit „Nr.1“. Tatsächlich ist sie die Erstgeborene, nachts um drei startete sie mit 322g ins Leben. Sie fiel mir in die Hände und ich dachte ganz laut „MEINS“. Noch schöner als sie konnte wohl kaum ein blaues Mädchen werden, schon gar nicht im gleichen Wurf! Nr.1 war also in doppelter Hinsicht der richtige ‚Name‘ … und in der Ahnentafel steht nun Liaison Eluveitie (gesprochen El-weity). Den Namen haben wir von einer Folk-Metal-Band aus der Schweiz geliehen.

E Hummel aAls dieser Welpe auf die Welt kam, habe ich sofort gehofft, daß es ein Rüde ist. Mit solchen kräftigen Farben wird das mal ein prächtiger Collie-Mann. Papa Bär hat bei seiner Zeugung wohl an seinen Bruder Freddy gedacht: Beide haben kräftige Farben, ein ganz bezauberndes Gesicht und sogar ein ähnliches Wesen. Die Freddy-Kopie ist wirklich gut gelungen. Mit 346g startete der Prachtbursche um 4:35 ins Leben … der kräftigste Welpe im Wurf! Auf einer Seite trägt er breite schwarze Streifen, wie eine Biene. „Willi“ wollten wir ihn nicht nennen und so wurde er „Herr (dicke) Hummel“. Die schwarzen Streifen brachten ihm auch den richtigen Namen ein: Liaison Earl Grey  … edler Schwarztee in grau 😀

E Trigirl aNur 10 Minuten nach dem Hummelie wurde es dann endlich schwarz. Blau ist nämlich wirklich nicht Lucie’s bevorzugte Welpenfarbe. 332g Geburtsgewicht brachte die bezaubernde Trico-Lady mit auf die Welt und wir ahnten allmählich, warum Lucie so kugelrund durch die letzten Tage gegangen war. Unser „Tri-Girl“ ist absolut bezaubernd und schön gezeichnet. Sie hat sich zu einer kecken, selbstbewussten Dame entwickelt und ist immer die neugierigste im Wurf. Dieses Sahneschnittchen konnte nur einen Namen von uns  bekommen: Liaison Eclair.

E Kleine aWeiter ging es im 10-Minuten-Takt … ich durfte immer noch nicht helfen. Lucie hatte alles unter Kontrolle. Ein kleines blaues Mädchen rutschte mit nur 274g fast von alleine in die Welt. Unglaublich, wieviel Unterschied die 70g zum dicken Hummel das optisch sind.  So zart kam die „Kleine“ auf die Welt, daß ich ein Sorgenkind vermutete und gar nicht sah, wie unglaublich bezaubernd sie ist. Wie vor zwei Jahren ihr Papa, der auch der Kleinste im Wurf war – genauso kämpfte sie sich zur Milchbar und an die Spitze der Gewichtstabelle. Wenn man den Welpenbildern von damals glauben darf, dann ist die „Kleine“ unsere Bärenkopie. Das wäre einfach nur paradiesisch und so heißt sie jetzt auch: Liaison Élysée.

E Blackman aNach dem flinken Trio gönnte sich Lucie eine ganze Stunde Pause. Dann fiel ihr wohl ein, daß ich einen schwarzen Rüden bestellt hatte. Mit 326g reihte sich „Black Man“ in die Reihe seiner dicken Geschwister ein und versuchte lange, möglichst unauffällig zu wachsen und zu gedeihen. Das ist schwierig, wenn man farblich hervor sticht und so beschloss er, bildschön zu werden und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sein Blick ist absolut hinreißend, er strahlt wie ein Stern am schwarzen Nachthimmel. Er ist ein würdiger Liaison Etoile.

E Zorro a„El Zorro“, nach dem „Z“ den sein Kragen auf seinem Rücken malt. Der letzte im Bunde brachte auch noch einmal 336g auf die Waage. Schnell bekam er einen weiteren Namen: „Einstein“, denn er besticht nicht durch seine bunten Beine (eins blau, eins schwarz, zwei weiß), sondern durch Klugheit und ein sehr aufmerksames Wesen. Da hat Papa Bär einen weiteren seiner Brüder kopiert: Wir werden immer wieder an Chevalier erinnert. Unter seinen Geschwistern hält er sich zurück, ist der Denker im Wurf. Sein Name ist Programm: Liaison Éminence Grise.

 

Bärenkinder in der vierten Woche

Die vierte Woche ist tatsächlich etwas besonderes! Quasi über Nacht werden aus den kleinen tapsigen Meerschweinchen richtige kleine Hunde. Auf einmal laufen sie sicher durch die Kiste und drängen hinaus in den Wurfraum, besonders, wenn dort auch noch ein Holzschemel zum Benagen bereit steht 😉

Innerhalb eines einzigen Tages haben alle Bärenkinder die Flasche verweigert … und die erste Mahlzeit aus dem Schälchen geschlabbert. Es ist absolut faszinierend, wie schnell sie begreifen, wie das geht.

Die Wurfkiste verwandelt sich in eine ‚Wühlkiste‘. Das Vetbed wird immer wieder umgegraben. Beim Durchzählen fehlt eigentlich jedes Mal mindestens ein Welpe und die Decke hat eine dicke Beule. Die vierte Woche ist wunderbar ❤

 

Bärenkinder: Der Grapscher

Kümmern kommt von Kummer … und wir hatten ziemlich von Anfang an einen Sorgenbub. Als Sechster von Sieben mit einem Startgewicht von 312g war er gar nicht benachteiligt … aber irgendwie kam er nicht recht voran! Nach der allgemeinen Gewichtsabnahme direkt nach der Geburt schafften seine Geschwister recht schnell zumindest eine Stabilisierung. Ihm halfen wir, indem wir ihn einzeln an die besten Zitzen anlegten. Als das nicht mehr ausreichte, mußte ich zur Milchflasche greifen. Den übrigen Geschwistern tat ein ‚mehr‘ sichtlich gut. Er mußte mehr als nur geduldig überzeugt werden.

Als er einmal am Rand mit kühlen Füßchen lag, packte ich ihn kurzerhand in mein Dekolleté. Aktive Wärme ist in diesem Fall die beste Lösung und so trug ich mal eine Weile Doppel-D! Sobald er wieder auf ‚Betriebstemperatur‘ war, begann er seine Umgebung zu erkunden … so kam er zu seinem Namen: Der (Titten-)Grapscher!

Lucie ist eine sehr instinktsichere Hündin und wir beobachteten genau. Der kleine Kerl wurde von ihr nicht anders gepflegt und beachtet, wie seine Geschwister. So blieben wir immer in der Hoffnung, daß er irgendwann seinen entscheidenden Schub bekommen würde und kümmerten uns. Er entwickelte sich langsamer, als seine Geschwister. Er verdoppelte als Letzter sein Geburtsgewicht und öffnete die Augen zwei Tage später, als alle anderen.

Am letzten Tag der dritten Woche verweigerte er plötzlich mittags die Nahrung, nachdem am Morgen noch alles wie gewohnt war. Ein siebter Sinn ließ mich Fieber messen und 39,2 Grad brachten alle Alarmglocken zum Schrillen. Bei einem so kleinen Kerlchen gibt es dann auch keine Experimente mehr, sondern sofort ab zum Doktor! Wir haben einen wirklich großartigen Tierarzt, dem wir zu 1.000 % vertrauen können. Dort angekommen ergab die Nachmessung schon über 40 Grad. Er wurde sofort untersucht und mit Medikamenten versorgt. Die Lunge war frei und  dehydriert war er zum Glück auch nicht, trotz Fieber …. Ich hatte Freudentränen in den Augen, als Sven mit einem fröhlich quietschenden Körbchen aus dem Auto stieg. Die Freude hielt nur 2 Stunden. Als ich dann die Temperatur wieder kontrollieren wollte – da schoß ihm eine riesige Blutmenge aus dem After. Sven raste wieder zum Tierarzt. Die Blutung war dort schon vorbei und der kleine Mann bekam noch ein Schmerzmittel. Mehr konnte man nicht tun, aber eine Wiedervorstellung am nächsten Morgen wurde vereinbart und das machte Hoffnung. So kuschelte ich meinen kleinen Grapscher in eine warme Decke und er schlief in meinen Armen ruhig ein …. und wachte nicht mehr auf.

Nun sitzt mein süßer Sorgenbub an der Tür zur Regenbogenwelt und wacht von dort als Schutzengel über seine Geschwister. Für mich sind es immer noch meine sieben Zwerge, nur einer hat die Seite gewechselt.

A Grapscher