Die erste Woche ist wie im Flug vergangen! Mama Liese, die vier Jungs und wir haben uns schnell von der aufregenden Geburt erholt und zu neuen Routinen gefunden. Die vier Jungs haben sich mit Trinken und Schlafen beschäftigt, Liese mit Stillen und Fressen. Für uns blieb nur Putzen übrig: regelmäßig die Decken wechseln und natürlich die Gewichtszunahmen kontrollieren.
Da wir beide Zahlenmenschen sind, haben wir aufwendige Statistiken erstellt und mit vorangegangenen Würfen verglichen. Am ähnlichsten erschien uns der C-Wurf, auch vier stramme Jungs und ein nettes Mädchen dabei. Dabei ergab sich, daß Liese deutlich mehr Milch pro Tag produziert, obwohl sich ein Welpe weniger um die Nahrung bemühen muß. Es war also völlig logisch, daß die BoyGroup bereits am 7. Tag ihre Geburtsgewichte verdoppeln konnte, statt erst um den 10. Tag. Für alle, die Statistik nicht so mögen: Die Jungs wachsen und gedeihen wirklich prächtig! Mit deutlich mehr als 500g Gewicht nach einer Woche sind sie also richtige Pfundskerle!
Bilder aus der ersten Woche zeigen dann alle mehr oder weniger das gleiche: vier fleißige Welpen an der Milchbar, oder eben vier schlafende Welpen. Damit ich trotzdem etwas zeigen kann, hat der Elefant wieder einen Job beim Fotoshooting übernommen und es gibt Einzelbilder. Dabei muß ich gleich gestehen, daß sie noch keine Namen haben und mit G1 bis G4 in der Reihenfolge ihrer Geburt genannt werden.
Als erster durfte also G1 alleine mit dem Elefanten kuscheln. Er hat sich und sein interessantes Gesicht gut präsentiert. Wir sind sehr neugierig, wie er als erwachsener Rüde aussehen wird.
Der zweite Rüde ist mit 60g mehr als seine Brüder ins Leben gestartet und hat diese Führung nie abgegeben. Er ist sehr kräftig und agil. Einfach nur rumliegen kam für ihn überhaupt nicht in Frage!
Sein Zwilling G3 ist um einiges gemütlicher und dementsprechend leichter zu fotografieren. Sein breiter Kragen erinnert mich an Ying/Yang und wirkt sehr apart.
Der vierte und letzte Welpe im Wurf fühlt sich mit dem ersten sehr verbunden. Die beiden blauen Jungs liegen oft beieinander und sogar die täglichen Gewichte gleichen sich oft aufs Gramm. Er ist der ruhigste Welpe im Wurf.
Die erste Woche war ein voller Erfolg und die BoyGroup schlummert jetzt der zweiten Woche entgegen!



Es ist mal wieder soweit: Des Züchters größte Tugend ist gefragt – Geduld.
Beginnen wir mit „Nr.1“. Tatsächlich ist sie die Erstgeborene, nachts um drei startete sie mit 322g ins Leben. Sie fiel mir in die Hände und ich dachte ganz laut „MEINS“. Noch schöner als sie konnte wohl kaum ein blaues Mädchen werden, schon gar nicht im gleichen Wurf! Nr.1 war also in doppelter Hinsicht der richtige ‚Name‘ … und in der Ahnentafel steht nun Liaison Eluveitie (gesprochen El-weity). Den Namen haben wir von einer Folk-Metal-Band aus der Schweiz geliehen.
Als dieser Welpe auf die Welt kam, habe ich sofort gehofft, daß es ein Rüde ist. Mit solchen kräftigen Farben wird das mal ein prächtiger Collie-Mann. Papa Bär hat bei seiner Zeugung wohl an seinen Bruder Freddy gedacht: Beide haben kräftige Farben, ein ganz bezauberndes Gesicht und sogar ein ähnliches Wesen. Die Freddy-Kopie ist wirklich gut gelungen. Mit 346g startete der Prachtbursche um 4:35 ins Leben … der kräftigste Welpe im Wurf! Auf einer Seite trägt er breite schwarze Streifen, wie eine Biene. „Willi“ wollten wir ihn nicht nennen und so wurde er „Herr (dicke) Hummel“. Die schwarzen Streifen brachten ihm auch den richtigen Namen ein: Liaison Earl Grey … edler Schwarztee in grau 😀
Nur 10 Minuten nach dem Hummelie wurde es dann endlich schwarz. Blau ist nämlich wirklich nicht Lucie’s bevorzugte Welpenfarbe. 332g Geburtsgewicht brachte die bezaubernde Trico-Lady mit auf die Welt und wir ahnten allmählich, warum Lucie so kugelrund durch die letzten Tage gegangen war. Unser „Tri-Girl“ ist absolut bezaubernd und schön gezeichnet. Sie hat sich zu einer kecken, selbstbewussten Dame entwickelt und ist immer die neugierigste im Wurf. Dieses Sahneschnittchen konnte nur einen Namen von uns bekommen: Liaison Eclair.
Weiter ging es im 10-Minuten-Takt … ich durfte immer noch nicht helfen. Lucie hatte alles unter Kontrolle. Ein kleines blaues Mädchen rutschte mit nur 274g fast von alleine in die Welt. Unglaublich, wieviel Unterschied die 70g zum dicken Hummel das optisch sind. So zart kam die „Kleine“ auf die Welt, daß ich ein Sorgenkind vermutete und gar nicht sah, wie unglaublich bezaubernd sie ist. Wie vor zwei Jahren ihr Papa, der auch der Kleinste im Wurf war – genauso kämpfte sie sich zur Milchbar und an die Spitze der Gewichtstabelle. Wenn man den Welpenbildern von damals glauben darf, dann ist die „Kleine“ unsere Bärenkopie. Das wäre einfach nur paradiesisch und so heißt sie jetzt auch: Liaison Élysée.
Nach dem flinken Trio gönnte sich Lucie eine ganze Stunde Pause. Dann fiel ihr wohl ein, daß ich einen schwarzen Rüden bestellt hatte. Mit 326g reihte sich „Black Man“ in die Reihe seiner dicken Geschwister ein und versuchte lange, möglichst unauffällig zu wachsen und zu gedeihen. Das ist schwierig, wenn man farblich hervor sticht und so beschloss er, bildschön zu werden und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sein Blick ist absolut hinreißend, er strahlt wie ein Stern am schwarzen Nachthimmel. Er ist ein würdiger Liaison Etoile.
„El Zorro“, nach dem „Z“ den sein Kragen auf seinem Rücken malt. Der letzte im Bunde brachte auch noch einmal 336g auf die Waage. Schnell bekam er einen weiteren Namen: „Einstein“, denn er besticht nicht durch seine bunten Beine (eins blau, eins schwarz, zwei weiß), sondern durch Klugheit und ein sehr aufmerksames Wesen. Da hat Papa Bär einen weiteren seiner Brüder kopiert: Wir werden immer wieder an Chevalier erinnert. Unter seinen Geschwistern hält er sich zurück, ist der Denker im Wurf. Sein Name ist Programm: Liaison Éminence Grise.


Mitten in der Nacht schenkte uns Lucie am 16. Januar 2016 sieben Bärenkinder. Zwischen 3:10 Uhr und 6:40 kamen ihre Welpen zur Welt. Ein Kleinstes muß wohl immer dabei sein, aber 274g sind nicht schlecht. Unsere dicke Hummel brachte stolze 346g und die übrigen Geschwister lagen auch über 310g. Alle waren sehr vital und begannen sofort, Lucie’s Gesäuge zu bearbeiten. Wir waren bei der Geburt zufriedene Zuschauer und jetzt begann wieder die schwerste Züchterarbeit: geduldig Warten!
Schnell wurde allerdings klar, daß Lucie nicht genug Milch für alle sieben Kinder hat. So verbrachte ich die erste Woche mit Zufüttern. Alle 2 Stunden rund um die Uhr bekamen die Zwerge ein Fläschchen. Sven half, so gut er konnte: Er bereitete Milch, wusch Vetbetten, kümmerte sich um die Großen … und leider hatte er keinen Urlaub. Füttern durfte ich alleine … die Winzlinge waren ihm zu zart für Männerhände 😀 Jede Fütterung dauerte ca. 1 Stunde, dann konnte ich 1 Stunde schlafen und schon ging es wieder los. Lucie übernahm die Pflege und weiterhin saugten die Kleinen auch bei ihr. Wir beide waren also wieder im Team beschäftigt.



